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Halluzinogene Pilze - Psilos oder auch Zauberpilze genannt

Beitragvon Gast » 15.03.2010 16:15

Halluzinogene Pilze - Psilos oder auch Zauberpilze genannt

1.)Psilocybinhaltige Pilze sind nicht nur in Südamerika beheimatet, wo sie in der Kultur der Inkas und Mayas eine wichtige Rolle spielten, sondern auf der ganzen Welt verbreitet und wurden schon in der vorgeschichtlichen Zeit in Europa und Asien bei schamanischen Ritualen eingenommen.
Zu den Psilocin-haltige Pilzen zählen verschiedene Arten aus den Gattungen Conocybe (Samthäubchen), Copelandia (Tintlinge), Galerina (Häubling), Gymnopilus (Flämmling), Inocybe (Risspilz), Panaeolus (Düngerlinge), Pluteus (Dachpilze) und Psilocybe (Kahlköpfe).
2.)Muscimolhaltig Pilze hier sind nur 2 Arten der Gattung Amanita bekannt, nämlich Amanita muscaria (Fliegenpilz) und Amanita pantherina (Pantherpilz). Die frischen Pilze enthalten meist sehr wenig Muscimol, dafür reichlich Ibotensäure, die während der Trocknung zu Muscimol decarboxyliert werden. Daher sind getrocknete Pilze viel stärker psychoaktiv, da das Muscimol eine halluzinogene Wirkung auslöst.

Aufnahme
Die Pilze werden frisch oder getrocknet gegessen oder als Sud gepresst.
Da sie nicht besonders gut schmecken, werden sie gerne in Speisen verarbeitet, was keine Einfluss auf die Wirkung hat. Berichte über das Rauchen psilocybinhaltiger Pilze sind zwiespältig - einige berichten von einem schnellen Wirkungseintritt, während andere keinerlei Rauchwirkung feststellen konnte.

Wirkung
Die Wirkung von psilocybinhaltigen Pilzen entspricht eigentlich einen Pilzvergiftung, und führt zu dem sogenannten Psilocybin-Syndrom. Allerdings beruht diese Pilzvergiftung nicht auf einer Verwechslung, sondern wird meistens mit voller Absicht herbeigeführt.
Die körperlichen Symptome für eine Vergiftung mit der Psilocybe sind vielfältig und bei vielen Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt. Es kann zu Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Benommenheit und Gleichgewichtsstörungen kommen, auch Muskelschwäche und ein taubes Gefühl auf der Haut können auftreten. Übelkeit und Erbrechen sind Anzeichen, die in der Frühphase (bis 30 Minuten nach Verzehr) auftreten können. Manchmal kommt es zu einem schnelleren, manchmal zu einem langsameren Puls, der Blutdruck kann erhöht oder erniedrigt sein. Die Pupillen erweitern sich. Auch unkontrollierter Abgang von Harn oder Stuhl (Inkontinenz) sowie unkontrollierte Bewegungen wurden beschrieben.
Für die psychischen Wirkungen ist die strukturelle Ähnlichkeit des Psilocybins mit dem Serotonin von Bedeutung. Serotonin spielt eine wichtige Rolle in der Informationsübermittlung vom Thalamus zur Großhirnrinde. Die fast unendlich große Flut von optischen, akustischen und anderen Sinneseindrücken muß, um vernünftig interpretiert werden zu können, stark gefiltert werden. Normalerweise wird durch eine Rückkopplungsschleife eine Überflutung durch äußere Sinnesreize verhindert. Durch die Imitation des körpereigenen Botenstoffes Serotonin und durch die Halluzinogene Psilocybin kommt es zu einer Entkopplung dieser schützenden Rückkopplungsschleife und somit zu einer Reizüberflutung. Sinnesinformationen werden nicht mehr mit dem Gedächtnis verglichen und damit sinnvoll interpretiert. Das Ergebnis ist eine veränderte Ich- und Umwelterfahrung. Es kommt zu optischen, gefühlten und gehörten Halluzinationen bei noch vorhandener aber verzerrter Realitätswahrnehmung. Je nach Grundeinstellung kann es zu Glücksgefühl, Lachanfällen ("good trip") oder zu Angst, Unruhe, Gewalttätigkeit, Delirium und Panikanfällen mit akuter Suizidgefährdung kommen.

Halluzinogene Pilze, von den Urvölkern zumeist bei spirituellen Zeremonien verwendet, zählen wohl zu den ältesten Drogen der Menschheit. Im Mittelalter wurden Pilzen mystische und dämonische Kräfte zugewiesen. In anderen Kulturkreisen, wie bei verschiedenen Stämme in Sibirien und Südostasien und Indianern Zentral-Mexikos schrieb man den Pilzen gleiche mystische Wirkung zu. Letztere benutzten die heiligen Pilze (teonanacatl = Fleisch der Götter) nur zu besonderen Anlässen (stets nach Sonnenuntergang); dies konnten spirituellen Sitzungen sein, aber auch eine Befragung über das Schicksal (Orakel), nachdem der Schamane die entsprechenden hellseherischen Kräfte nach Pilzverzehr erworben hatte.
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