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Das Rollenspiel der deutschen Amazonen in SecondLife
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Geschichte der Amazonen und Amazoniens

Beitragvon Atrista » 19.06.2013 18:45

Die Geschichte der Amazonen und Amazoniens
(Der Geschichte entliehen ohne Anspruch auf Korrektheit und auf die tatsächlichen Begebenheiten)

Es begann, wie es sich gehört mit einem Zickenkrieg unter den Göttinnen…..

Die Göttinnen Hera, Athene und Aphrodite waren zusammen mit den übrigen olympischen Göttern zur Hochzeit des sterblichen Helden Peleus mit der Göttin Thetis (den Eltern von Achilleus) eingeladen. Eris, die Göttin der Zwietracht, war als einzige Göttin nicht eingeladen. Niemand wollte die streitbare und ständig eifersüchtige Göttin bei einem Fest der Freude dabei haben. Sie warf daraufhin einen goldenen Apfel mit der Inschrift Kallisti („Für die Schönste“) in die Runde und löste damit einen Streit zwischen Hera, Athene und Aphrodite aus, weil jede der Göttinnen den Apfel für sich beanspruchte.
Die drei baten Zeus, zu entscheiden, welche von ihnen die Schönste sei. Dieser wollte es jedoch klugerweise vermeiden, sich diese Wahl aufzubürden, da Aphrodite und Athene seine Töchter und Hera seine Ehefrau und Schwester waren. Mit allen dreien teilte er das Bett und hatte keine Lust auf den eifersüchtigen Weiberzank. Also ließ er Hermes kommen und trug ihm auf, die Göttinnen zu Paris, dem schönen, wenngleich verstoßenen Königssohn Trojas zu bringen, damit dieser entscheide.

Hermes tat wie ihm aufgetragen und er stellte die Göttinnen dem Paris vor. Jede versuchte nun auf ihre eigene Weise Paris zu beeindrucken und zu bestechen: Hera versprach politische Macht und Dominanz in Asien, Athene Weisheit und Kriegskunst. Aphrodite jedoch las Paris’ Wünsche am klarsten, indem sie ihm die schönste Frau auf Erden versprach, nämlich Helena. Diese war allerdings bereits die Frau des Königs Menelaos von Sparta. Schließlich sprach Paris den „Eris-Apfel“ der Aphrodite zu, womit er sich den Zorn der anderen beiden Göttinnen zuzog. Diese versuchten nun, ihm zu schaden, wo sie konnten.

Bevor Helena die Gattin des Menelaos geworden war, hatten viele der Griechenkönige, die alle untereinander verfeindet waren, um sie geworben. Um nach der Wahl ihres Bräutigams den Frieden in Griechenland zu erhalten, hatte Odysseus dazu geraten, dass alle Bewerber einen Eid ablegen sollten, Helenas Wahl anzuerkennen und die Ehe Helenas zu verteidigen. Als Paris nun Helena traf, erfüllte Aphrodite ihr Versprechen und sorgte dafür, dass Helena sich in Paris verliebte. Beide flohen gemeinsam nach Troja. Die unter den Griechen von Menelaos aufgerufenen Eidpflichtigen zogen nun unter dem Heerführer Agamemnon, seinem Bruder und König von Mykene, gegen Troja, sehr zur Freude von Hera und Athene.

Artemis, eine Stiefschwester von Athene und Tochter von Zeus die er mit seiner Frau Leto gezeugt hatte, nutzte die Gunst der Stunde. Schon lange buhlte sie um die gleiche Anerkennung wie sie Athene erfuhr und immer wieder drängte sie Athene dazu sie doch endlich in das Gemach des Vaters Zeus zu bringen. Jetzt zeigte sie sich der Schwester gefällig und erwartete im Gegenzug auch deren Hilfe.
 Artemis hatte sich als Göttin der Jagd, des Waldes und als Hüterin der Frauen und Kinder einen Namen gemacht und lebte, nachdem sie in den Rat der großen Zwölf eingezogen war für sich alleine in einem Gebirgswald. 
Artemis bestrafte Agamemnon, weil er eine heilige Hirschkuh in einem ihr geweihten Hain erlegt hatte und sich rühmte, der Göttin bei der Jagd überlegen zu sein. Sie verhinderte die Abfahrt von Agamemnons Flotte bei Aulis in Böotien, indem sie eine Windstille bewirkte. Um ihrer Schwester Athene zu gefallen lies sie das Orakel des Priesters Kalchas weissagen, dass Agamemnon seine Tochter Iphigenie der Göttin zur Sühne opfern müsse, um die Fahrt beginnen zu können. Auf diese Weise konnte Artemis ihre Rache an Agamemnon endlich stillen und der Schwester einen Gefallen tun.

1300 v Chr.: Agamemnon, dessen Ruhm als Heerführer in Gefahr war beugte sich dem Orakel und opferte zähneknirschend seine Tochter auf einem Altar und weihte das Blut der Göttin Artemis. Befriedigt und besänftigt beendete Artemis die Windstille und die Flotte konnte nun endlich gegen Troja segeln.

1295 v Chr.: Theira, ein Anführerin der Grasmerer sammelt im Kaukasus kriegerisch veranlagte Frauen kleinerer Volksstämme um sich um Troja zu Hilfe zu eilen

1290 v. Chr.: Die Vereinigung der Völker Grasmerer und der Sauromaten und Namensgebung für das Frauenheer.
Das Kriegsvolk der Frauen nannte sich jetzt Amazonen und Theira wurde zur ersten Amazonenkönigin Penthesilea. 
Penthesilea teilte die Kriegerinnen in zwölf Kriegerkasten die getrennt voneinander operieren konnten. Ihre engsten Gefährtinnen ernannte sie zu Kastenführerinnen. Die Namen der zwölf Gefährtinnen von Penthesilea, während des Trojanischen Krieges, waren: Clonie, Polemusa, Derinoe, Evandre, Antandre, Bremusa, Hippothoe, Harmothoe, Alcibie, Derimacheia, Antibrote und Thermodosa.

Sechs der Kriegerkasten schickte Penthesilea über das Gebirge um die Griechen in ihrem Rücken anzugreifen und Unruhe in den Städten zu verbreiten. Mit den übrigen sechs Kasten eilte sie den schwer bedrängten Trojanern zu Hilfe.

1285 v. Chr.: Die Belagerung der Griechen dauerte jetzt schon fast 15 Jahre.

Die Griechen nahmen Helenos, einen Seher und Sohn des Priamos, gefangen. Sie folterten ihn, bis er ihnen die Bedingungen für die Eroberung Trojas verriet.
Die Griechen müssten das trojanische Palladion stehlen, ein heiliges Götterbild der Pallas Athene

Odysseus riskante Aufgabe, das Palladion (ein heiliges Objekt das die Trojaner schützte) zu stehlen, das sich in dem dafür vorgesehen Heiligtum hinter den Mauern Trojas verbarg, gehörte mit zu seinen schwierigsten Missionen. Eines Nachts gelang es ihm, als Bettler verkleidet, unbemerkt in Troja einzudringen. Nur die schöne Helena, die mittlerweile mit einem der anderen Söhne des Priamos vermählt war, erkannte Odysseus. Sie sehnte sich nach ihrer Heimat Sparta und so kam es, dass sie Odysseus den genauen Weg zum Palladion beschrieb und ihm Auskunft über die Anzahl der Wachen gab. Er schlich weiter zum Heiligtum und überrumpelte lautlos die Wachen. Als das Palladion sicher verstaut war, machte er sich auf den Rückweg zum Feldlager. Die Mission war geglückt und die Trojaner mussten sich nun ohne göttlichen Beistand verteidigen.

Penthesilea war außer sich vor Zorn über den frevelhaften Diebstahl und wagte mit ihren Kriegerinnen einen Ausfall um das Heiligtum zurück zu holen. Mit ihren Kriegerinnen war sie aber den Griechen hoffnungslos unterlegen und Penthesilea wird von Achilles erschlagen. Als dieser der sterbenden Penthesilea den Helm abnimmt, verliebt er sich in sie und bedauert seine Tat. Er übergibt ihren Leichnam den Trojanern damit sie ehrenvoll bestattet werden konnte. Die Kriegerkasten waren auf der Flucht in die kaukasischen Gebirge und vereinigten sich mit dem versprengten Rest des Heeres das gegen die Griechen gezogen war.

1275 v. Chr.: Vereinigung der Amazonen zum Volk der Samaten und Evandre wird zur neuen Königin gewählt.

1270 bis 500 v. Chr.: Gründung der Städte Kyme, Myrne und Paphos.

500 v. Chr.: Königin Harmothoe die IV. errichtet den Tempel der Artemis in Ephesos. Flucht vor den Griechen aus den Städten Kymne, Myrne und Paphos und Rückzug in die Wälder Zentralasiens.

450 v Chr.: Geburt von Atrista und Amelie als Kinder der Göttin Pallas Athene und eines Jägers aus Zentralasien. Aus Furcht davor, von Zeus verstoßen zu werden verschweigt Pallas die Geburt und versteckt die Kinder beim Volk der Chalduner die am Fusse des Chentii Gebirges lebten (heute etwa Ulan Bator in der Mongolei)

Die Chalduner waren ein matriachatisch ausgerichteter Volksstamm. Die Frauen waren bewaffnet, sorgten für die Sicherheit der Dörfer und besorgten die Jagd. Die wenigen Männer waren Viehhirten und Handwerker. Die Khan war das Oberhaupt des Clans. Preathea Khan hatte jüngst einen Sohn entbunden den sie sofort als unerwünschter Nachkomme den Wölfen zum Frass vorwarf. Die beiden Kinder die von einer unheimlich wirkenden alten Frau vor der Hütte der Khan abgelegt wurden kamen wie gerufen. Sofort säugte sie die Kinder und rief sie als ihre Erben und Nachkommen aus.
Einmal im Monat, immer am Tag des vollen Mondes erschien Pallas als alte Frau verkleidet und verbrachte eine Nacht mit der Khan und den Säuglingen. Artemis sorgte für ausreichend Jagdglück und schickte sehr viel Wild in das Jagdgebiet der Chalduner.


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Re: Geschichte der Amazonen und Amazoniens

Beitragvon Atrista » 19.06.2013 21:18

440 v. Chr.: Die Samatenkönigin Harmothoe wird von den Griechen gestellt und in einem Wald hingerichtet. Thabea wird neue Königin. Drei Kriegerkasten verweigern ihr die Gefolgschaft und trennen sich von den Samaten. Sie besinnen sich auf ihre eigene Tradition und als Amazonen vom Volk der Grasmerer ziehen sie nach Norden über die Tundra in die Mongolei. Kassandra, eine Nachfahrin der Bremusa wird als Gegenkönigin gewählt. Sie nennt sich fortan Amazonenkönigin Bremusa IV.

430 v Chr.: Überfall der Merkiten und Vernichtung der Chalduner.

Merkur Khan hatte die Vernichtung der Chalduner befohlen weil diese sich weigerten der Vereinigung der Mongolenstämme beizutreten. Preathea Khan war nicht bereit ihre Macht abzugeben und sich einem Mann unterzuordnen. 
Der Überfall fand an einem Sommertag statt. Die Chalduner feierten gerade ihren Fruchtbarkeitszyklus. In Ekstase durch die Säfte der Schamanen hatten sie den grausamen Merkiten nichts entgegen zu setzen. Der ganze Clan und Volksstamm wurde niedergemetzelt. Zwölf alte Frauen und fünf junge Jägerinnen die sich in einem entfernten Jagdgebiet aufgehalten hatten überlebten das Massaker.
Atrista und Amelie starben im Kampf. Ihre Leichen fand man über der toten Khan. Sie hatten versucht das Leben der Khan zu schützen.
Die siebzehn Frauen bestatten die Toten. Preathea Khan und ihre Zöglinge sollten jedoch standesgemäß auf einem Berg im Chentii verbrannt werden.

430 v. Chr.: Der erste Götterschlaf.
Der Aufstieg in die Berge mit den Bahren der drei Frauen war beschwerlich und dauerte ganze acht Tage. Als endlich die Feuerstätte erreicht war zogen dunkle Wolken am Himmel auf und die Frauen beeilten sich die Grabmäler würdig herzurichten und viel Holz zu sammeln. Tirkirki, die älteste der Frauen und Schamanin in regenta kannte als einzige das Geheimnis der beiden jungen Frauen. Bevor sie die Feuer entzündete kniete sie nieder und bat unter Tränen Pallas Athene um Verzeihung. Ein gewaltiger Sturm tobte um die Gipfel und Tirkiki deutete dies als den Zorn der allmächtigen Göttin. Schnell entzündete sie die Fackeln und gab das Feuer an jede der Frauen weiter. Das Grab der Khan war das erste das in Flammen aufging. Kaum loderten die Flammen ergoss sich ein Regensturm und die Frauen hatten Mühe auch die anderen Gräber in Flammen aufgehen zu lassen. 
Plötzlich erhob sich Atrista von ihrer Bahre. Nichts mehr war zu sehen von den Wunden. Zornig rieß sie den vor Schreck erstarrten Frauen die Fackeln aus den Händen. Auch Amelie erwachte. 
Tirkiki schlug die Hände vor das Gesicht und schrie in den Himmel. Sie bat um Vergebung dass sie es war die den Götterschlaf übersehen hatte und beinahe ein Verbrechen an den Göttern begangen hätte. Sie stürzte sich voller Scham in ihr Krummschwert und starb vor den Füßen von Amelie und Atrista. Die anderen Alten taten es ihr nach und sterbend baten sie um Vergebung.

Einzig die fünf jungen Jägerinnen fielen ehrfürchtig auf die Knie.
Yuna, Universe, Igel, Nele und Pandora schworen Amelie und Atrista Treue bis in den Tod. 
Atrista befahl den Fünf für die 12 Schamaninnen Gräber zu errichten und sie wie Könniginnen zu bestatten. Den Berg benannten sie als Tor der Schamanen und segneten ihn als heiligen Ort. 

Pallas war so erzürnt, dass ihre Töchter den Tod der Frauen nicht verhindert hatten und verurteilte sie für jede tote Schamanin zu je einem Jahr göttlichem Leben. Seither müssen sich beiden Töchter alle zwölf Jahre verantworten und können nur durch den Götterschlaf weiter leben.
Sieben Amazonen machten sich auf die Suche nach den sagenhaften Grasmerern und den Samaten. Atrista wollte die Völker wieder vereinigen.


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Re: Geschichte der Amazonen und Amazoniens

Beitragvon Atrista » 23.06.2013 18:04

Im Lager der Chaldun sammelten sie soviele Kamele ein wie sie führen konnten und flüchteten vor den herumziehenden Horden der Merkiten in die nördlichen Wälder.
Von dieser Zeit in den Wäldern ist nicht sehr viel überliefert. Aufzeichnungen sind sehr vage und ungenau. Es gibt auch kaum Beschreibungen anderer Volksstämme die auf diese sieben Frauen gestoßen wären oder gar Handel mit ihnen getrieben hätten. Spätere Aufzeichnungen beschreiben den fast zehnjährigen Aufenthalt in den Gebirgswälder als die "Suchende Zeit". 

Amelie hatte alle Gegenstände an sich genommen die sie in der Jute der Schamanin Tirkiki finden konnte. Sie lernte jeden Tag besser die Schamanen zu verstehen. Jeden Abend bestand sie auf eine gemeinsame Huldigung der Geister und Götter und gab so den Frauen wieder den Glauben an an sich und festigte damit die Gemeinschaft. Bald schon beherrschte sie das "Boo-Thuriun", eine Art Trance Zustand den nur wenige der mongolischen Schamanen beherrschte. In einem solchen Zustand sei der Geist der Enge des Körpers gewichen und konnte so mit Geistern und Vorfahren sprechen. Amelie behauptete immer wieder sie hätte in diesem Zustand Botschaften ihrer Mutter erhalten. Sie hatte Visionen und lies ihre Gefährtinnen daran teilhaben. Einige der gesellschaftlichen Regeln die heute noch Gültigkeit haben sollen in dieser Zeit entstanden sein. Etwa die Verpflichtung aller jungen die Alten mit allen Ehren zu versorgen, die Adoption von Kriegswaisen. Auch die heiligen Feuer sollen in dieser Zeit ihren Ursprung haben. Das Feuer der Schamanin (Boo), ein Feuer das in einer tief ausgehölten Granitschale brannte wurde von Amelie zum heiligen Feuer geweiht und das Leben der beiden Pallas Töchter wurde mit dem Feuer verbunden. Es durfte nie erlöschen. War das Feuer aus so bedeutete dies immer eine Gefahr für Amelie und Atrista. Das Feuer durfte nur mit den Kohlen des alten Feuers wieder entzündet werden. Bis heute brennen diese Feuer im Sanctum und in den Tempel der Amazonen und es wird behauptet das der Ursprung dieser Feuer auf die Kohle des Schamanenfeuers zurückgehen.

Bekannt ist aus dieser Zeit auch, dass Amelie als eine ihrer Visionen den Auftrag formulierte das Palladium (heiliges Bildnis der Pallas) den Griechen wieder abzunehmen und in die eigenen Tempel nach Hause zu bringen. 
Boo intikami (Rache der Schamanen), die heilige Rache war von dieser Stunde an eines der höchsten religiösen Gebote.

Von Atrista hört man aus der "Suchenden Zeit" wenig. Nur ein paar kleine Andeutungen in den Hinterlassenschaften der Gefährtin Universe geben ein ungefähres Bild dieser Zeit. Trägt man die Fragmente zusammen so zeigen die Niederschriften ein beileibe nicht so so einheitliches Bild dieser Gemeinschaft.
Während Amelie in religiöser Eifrigkeit bemüht war einen Clan zu formen interessierte sich Atrista in keinster Weise für die Schamanenreligion.
Atrista wird als mürrisch, leicht erregbar und sehr depressiv beschrieben. 
Tagelang war sie von der Gruppe verschwunden und hatte sich in die Berge zurückgezogen. Dort saß sie und spielte auf ihrer Morin Chuur (Pferdekopfgeige). Die Klänge die aus den Bergen das Lager erreichten waren so schwermütig und traurig dass nicht nur Amelie sich ernsthafte Sorgen über den geistigen Zustand der Schwester machte.

"…die künfige Khan geht zu den den Göttern und kehrt oft tagelang nicht zurück… Sie trägt über ihrem Deel aus Seide noch einen Deel aus Schafsleder und Wolfspelz um sich gegen das Eis aus dem Himmel zu schützen…" Schreibt Universe in einem Brief an die verstorbene Tirkiki. "…. wir können sie nicht schützen denn sie will niemanden um sich haben… ein langes Messer hat sie im Rücken in ihrer Schärpe und an den Seiten je ein Schwert …. Sie spielt auf der Morin Chuur und ihr Gesang zerreisst uns die Seele…"

Nach diesen schriftlichen Funden (auch in den Archiven der Späherkaste) müssen wir uns Atrista als eine herrische und eigenbrötlerische Frau vorstellen die es lieber mit dem Schwert hatte als mit der Religion. Wir wissen auch nach diesen Aufzeichnungen dass es sehr sehr kalt gewesen sein muss. Atrista trägt zwei mal den Deel.
Der Deel ist heute noch ein Mantel den Frauen und Männer in der Mongolei tragen. Aus Seide gefertigt hält er warm und zeigt, dass die Person von hohem Rang ist. Die Viehhirten trugen oft einen Deel aus Schafsleder. 
Atrista trug beide übereinander und hatte noch Wolfspelz angenäht. Es mussten also eisige Kälte vorgeherrscht haben. Das lange Messer das sie angeblich in der Schärpe und im Rücken trug war unüblich und die Herkunft dieses Messers ist bis heute nicht geklärt. Bei den beiden Schwerter handelte es sich wahrscheinlich um die asiatischen Krummschwerte. Sie war also schwer bewaffnet.
Auch nicht verwunderlich ist, dass Universe Atrista als "..künftige Khan" bezeichnet. Demzufolge hat die Wahl einer Anführerin noch nicht stattgefunden und traditionell waren die kriegerischen Nachkommen wohl in der Thronfolge auch die Rangersten.
Auch nicht verwunderlich ist, dass die Frauen sich immer öfter an der geistigen Führerin der Boo Amelie orientierten. Es ist nirgends überliefert, dass die beiden Schwestern sich einen Machtkampf geliefert hätten. Atrista schien das Gerangel um Macht nicht zu interessieren. Was in ihrem Kopf in der damaligen Zeit vorging weiß niemand.

420 v. Chr.: Bündnis mit den Xiongnu

Die Zeitangabe ist etwas ungenau aber etwa in dieser Zeit befahl Atrista den Aufbruch nach Osten. Amelies Hinweis, dass das Palladium im Süden bei den Griechen zu suchen sei beantwortete Atrista ungefähr wie folgt: "geh du nach Süden und bete die Griechen tot, ich aber gehe nach Osten und arbeite für unser Ziel"

In der Steppe trafen sie dann auf den großen Clan der Xiongnu an deren Spitze der Odur Khan gerade einen Angriff auf die südlichen Chinesen vorbereitete. Atrista schloss mit dem Khan ein Bündnis. Die Xiongnu schützen die Frauen vor den Merkiten und die Frauen verpflichteten sich Kriegsdienst zu leisten.

419 v. Chr. bis 412 v. Chr.: Der chinesische Krieg

Odur Khan eroberte zunächst die chinesischen Reiche der Xixia, der Tanguten und der Jurchen bevor er von den Armeen des chinesischen Kaisers Quin Shihuangdi wieder zurückgedrängt wurde. In den eroberten Provinzen befreite Atrista und ihre Krieger viele mongolische Frauen und Kinder die als Sklaven bei den chinesischen Bauern verdingt waren. Bereitwillig schlossen sich diese der immer größer werdenden Frauenarmee an.
Universe und Igel fielen und wurden in China bestattet. Yuna, Nele und Pandora bereiteten den Götterschlaf vor. Amelie und Atrista wurden in einer Höhle versteckt und sieben Tage lang mit allen Kriegerinnen bewacht. Dem Khan wurde berichtet dass die beiden Anführer verstorben seien und man ihren Tod zu betrauern hätte. Odur Khan lies die Frauen im Feindesland zurück. Der Tod der Beiden kam ihm nicht ungelegen. Die herrische Art Atrista`s hatte seinen Ruf als Khan mehr als einmal auf eine harte Probe gestellt und insgeheim beschloss er den Tod der grausamen Kriegerin. Jetzt brauchte er sich nicht mehr die Hände schmutzig zu machen und kam elegant aus dem Bündnis heraus.

410 v. Chr.: Flucht aus China und Wanderung durch den Norden Zentralasiens.

Atrista war inzwischen zur Khan bestimmt und Amelie war die Boo in regenta, die Hüterin des Glaubens. Der Clan war inzwischen auf über hundert Frauen angewachsen und ein so großes kampfbereites Heer konnte sich nicht mehr so einfach verstecken. Der Weg des Clans der Chalduner (so nannten sie sich jetzt) verlief über das chinesische Grenzgebirge in die dünn besiedelten Gebiete Russlands zurück in die Grassteppen der Mongolei. Das Ziel war die Wüste Gobi.
Über hundert Frauen und etwa 200 Kamele, fast genau so viele Esel und Schafe mussten organisiert werden. Atrista bestimmte die Gefährtinnen Pandora und Yuna für die Organisation der Versorgung und Kampfbereitschaft. Die Chinesin Mei Tong wurde zur Anführerin der Kriegerkaste ernannt. Nele erhielt den Auftrag sich von der Gruppe zu trennen und in Richtung Griechenland aufzubrechen. Sie sollte den Verbleib des Palladiums erkunden. Am Zusammenfluss des Euphrat und des Tigris in Babylonien wollte man sich später wieder treffen. (Womöglich war dies auch die Geburtsstunde der Späherkaste)

405 v. Chr.: Entdeckung der Grasmerer und Vereinigung

405 v. Chr.: Todeskuss und neue Zeitrechnung

Am Rande der Wüste Gobi trafen die Chalduner endlich auf die sagenumwobenen Grasmerer. Hadscha, eine Tochter der Bremusa IV war Königin. Als Atrista das große Volk sah fasste sie einen entschlossenen Plan. Die Grasmerer hatten keinerlei staatliche Strukturen und waren völlig unorganisiert. Einzig ihr Glaube an eine Königin einigten sie. Atrista schlug ein öffentliches Treffen vor. Atrista Khan, Amelie als Boo in regenta und 100 weitere Frauen der Chalduner sollten mit der Königin Hadscha ein paar Getreuen und ebenfalls 100 Frauen der Grasmerer sich in einem Tal vor der Wüste treffen.
Der Ablauf dieses Treffens wird unterschiedlich berichtet. Lässt man aber die Emotionen auf beiden Seiten der Berichterstattung weg kann man ungefähr von folgendem Hergang ausgehen:

Die Frauen und Getreuen der beiden Völker fanden in dem Tal zusammen und warteten gespannt auf den Abend wo auch die beiden Höchsten im Range aufeinander treffen sollten. Es war eine friedliche Stimmung, man tauschte untereinander Stoffe aus teilte Fleisch und Gewürze miteinander. Lange nach Sonnenuntergang erschien Hadscha in prächtigen Gewändern und nur begleitet von zwei Leibwächterinnen. Atrista kam ebenfalls aus ihrem Zelt. Sie trug ihren seidenen Deel und war bewaffnet wie sie es immer war. Begleitet wurde sie von Mei Thong, Yuna und Pandora.

Als Atrista der Hadscha gegenüberstand verneigte sie sich respektvoll und nahm alle Waffen ab und übergab sie den Leibwächtern der Hadscha.
Wer jetzt den weiteren ersten Schritt gemacht hat geht auch nicht aus den Archiven der Späher genau hervor. Man kann aber davon ausgehen dass Atrista handeln wollte.

Sie breitete die Arme aus und forderte Hadscha auf in ihre Arme zu kommen. Kaum hatte Atrista die Arme um Hadscha gelegt gab sie ihr einen Kuss und drückte ihr ein kleines von Honig ummanteltes Kügelchen in den Mund. Als die Hadscha das süße Kügelchen zerbiss setzte sie ein tödliches Schlangengift frei und verstarb in den Armen von Atrista.
Lähmendes Entsetzen und Stille überzog den Platz.

Atrista aber soll noch während Hadscha zu Boden glitt ausgerufen haben. 
"Wie kann jemand Königin sein die nicht einmal den Kuss einer Amazone überlebt? Hadscha ist tot, dort sitzt eure neue Königin!!"

Dabei zeigte sie auf die völlig überraschte und überrumpelte Amelie.
 Die versammelte Menge aber war so verschüchtert angesichts dieser göttlichen Macht dass sie sich vor Amelie tief in den Staub warfen und ihre Gesichter verbargen. Den Leibwachen der Hadscha blieb nichts anderes übrig als sich vor Amelie hin zu knien. Um Atrista machten sie einen respektvollen Bogen.
Atrista verkündete während dieser gespenstigen und schweigende Zeremonie.
"Die Grasemerer und die Chalduner sind jetzt ein Volk. Die Griechen haben uns als Amazonen beschimpft, wir wollen diesen Namen in Ehre tragen und das Feuer in die griechischen Städte tragen. Amelie ist unsere Königin und Hüterin unseres Glaubens. Es ist das Jahr 45 und ich, Atrista Khan bin eure Führerin."

Noch heute wird in den Kasten der Amazonen und in den angrenzenden Fürstenhäuser dieses Vorgehen diskutiert. War es kalkül oder nur zufälliger Schachzug. Als Mörderin hätte sie wohl kaum Königin werden können. Es gibt aber ernstzunehmende Stimmen bei den Spähern die nach Auswertung der Archive davon überzeugt sind, dass dies der geniale Schachzug einer machtbesessenen Frau war. Amelie war in den Tempeln politsch kalt gestellt sorgte aber für eine große Bindung des Volkes an die Schwestern. Atrista hatte als Khan alle Macht und Handlungsfeiheit und sorgte skrubellos für die Festigung der neuen Führung.


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Re: Geschichte der Amazonen und Amazoniens

Beitragvon Atrista » 01.07.2013 12:42

Massengräber, die am Rande der Wüste Gobi gefunden wurden und in diese Zeit datiert werden konnten geben Zeugnis davon wie die Festigung der neuen Macht wohl von statten ging. Atrista beseitigte rigoros sämtliche Gegner und insbesondere schaffte sie sich die Adligen und Verwandtschaft der Hadscha vom Hals. Man darf getrost davon ausgehen, dass sie nicht selbst Hand anlegte.
Ein Papier mit einer Liste von Namen findet man heute in den Archivhöhlen der Späherkaste. Die Namen sind mit Linien versehen die alle zu einem Punkt zeigen. Vor den Namen sind noch Symbole erkennbar. Vor vielen Namen gab es das nach unten zeigende Dreieck und bei anderen wiederum zeigte ein Dreieck nach oben.
Die Schrift war eine malende Schrift die sowohl die chinesischen Symbolschrift als auch kyrillische Buchstaben aufwies. Man darf auch davon ausgehen dass Atrista selbst geschrieben hat. Dass es sich um eine Liste von Namen handelt interpretieren wir anhand von Übersetzungen. 

Ich bin die Tochter des Windes
Mir gehören drei Kamele
Schönes Mondlicht

Es muss insgesamt eine chaotische Zeit gewesen sein. Die getreue Yuna ist die einzige, die fleißig alles niederschrieb. Von ihr wissen wir sehr viel von den Umständen in dieser Zeit.
Die Aufzeichnungen von Yuna sind immer Briefe an die verstorbene Boo Tirkiki.
"Wärst du doch noch hier und könntest mich führen und mir raten. Der Geruch des Todes liegt über dem Lager. Das Zelt der Königin ist ein Ort des Wohlbefindens. Es riecht gut und der Geist kann sich entspannen ….. Dort darf ich aber nicht hin. ich darf nicht mit Waffen in den Thoang."

Der Begriff des Thoang taucht öfter auf. Es ist ein Kreis in dessen Mittelpunkt ein heiliger Stein oder das Grab einer Boo plaziert war, später war es eine Feuerstelle der heiligen Feuer. Um dieses Ehrenmal herum saßen die Ältesten oder die Getreuen und berieten sich. Später gab es einen Thoang um ein Feuer an dem alle Amazonen teilnehmen konnten die mindestens ein Kamel besaßen.
Wir wissen, dass das Thoang der Königin einen Radius von 2 Trassen hatte (1 Trasse ist die Länge eines Kamelzuges, etwa 111 Meter) denn ausgerechnet die Anführerin der Krieger, die Chinesin Mei Thong beschwerde sich bei Atrista:
"Göttliche du musst eingreifen. Deine Schwester verlangt Unmögliches von uns. Wie sollen wir einen Kreis von 4 Trassen im Durchschnitt frei von allen Waffen halten?"
"Geh und baue der Königin ein größeres Zelt dann ist dein Kreis kleiner.." soll Atrista geantwortet haben.

Amelie hatte die Notwendigkeit einer solchen Friedens- und Schutzzone richtig erkannt. Wollte sie den Glauben festigen musste sie Sicherheit bieten. Für Amelie gab es nur einen Grund warum ein Volk ein Volk war - der gemeinsame Glauben. Amelie war eine strenge Anhängerin der Lehren des Kung Fu Tse (Konfuzius).
Menschen sollten in einer strengen Ordnung leben und Achtung voreinander haben und die Ahnen und Götter verehren. Sie selbst postulierte sich als die "zentrale Harmonie". Von ihr ging das Gleichgewicht der Welt aus. Dieses Gleichgewicht und der innere Frieden des Geistes ermöglicht es das Schicksal anzunehmen und positiv zu sehen.
Einer ihrer seltenen Aufzeichnungen ist uns erhalten geblieben:
"yǒu péng zì yuǎn fāng lái, bù yì lè hū?" Was so viel heißt wie: "Wenn ein Freund von weit her kommt, ist das nicht auch eine Freude?"

Erstaunlich auch, wie früh Amelie versuchte eine soziale Ordnung zu etablieren. Ihrer Lehre nach gibt es Grundsätzliches das niemandem verwehrt werden durfte und wo es keine Rang- und Herkunftsunterschiede geben sollte.
"Die Tatsache, dass die Menschen unterschiedlich sind ist eine Freude für die Götter, das heißt aber nicht, dass sie auch unterschiedlich veranlagt sind. Niemand soll aufgrund der Unterschiedlichkeit Hunger leiden, oder nicht am gleichen Ort die Götter verehren dürfen, niemanden soll der Zugang zur Bildung verweigert werden können."
"Füttere deinen Bruder, säuge deine Kinder, sorge für die Mutter"

Diese Aussage könnte der Grundstein für den späteren Codex und Generationenvertrag der Amazonen sein.
Mit solchen Lehren schaffte es Amelie sehr schnell das Vertrauen des Volkes zu gewinnen. Einzig die Krieger blieben misstrauisch und hielten sich mit der Verehrung zurück. Sie hielten es mehr mit Atrista, die im dicken Fellmantel mitten unter ihnen saß und auch an ihren Feuern schlief.

Die Erfolge der neuen Königin und Hüterin des Glaubens sind Atrista mit Sicherheit nicht verborgen geblieben. Wir wissen auch, dass sie diese Entwicklung unterstützte. Sie stellte eine ganze Kaste von Kriegern zum Schutz der Königin und ihrer Friedenszone ab. Sie ernannte auch zwei Schreiber die alles dokumentieren sollten was die Königin dachte damit nichts von den Gedanken verloren ginge.
Wie stark Atrista die Lehren ihrer Schwester verinnerlicht hatte wissen wir aus einem Dokument das von Yuna erhalten ist.

„Meine Schwester Pandora verlangte von der Göttlichen, dass wir uns von einem Teil des Volkes trennen sollten. ….. Wir können nicht alle ernähren, einige Frauen fangen an ihre Kinder zu töten weil sie keine Nahrung haben und wir haben nicht genug Herden um ihnen zu helfen…… wir konnten nicht glauben was wir hörten und Pandora fragte dreimal nach….Nehmt die 200 Tiere aus meiner Herde und die Herde der Königin und verteilt sie an die, die Hunger leiden aber lasst mir mein Kamel zum reiten“
Eine erstaunliche Geste der beiden Pallaskinder, zeigt aber, wie wichtig den beiden Führern die Gemeinschaft und der Zusammenhalt war.

Auch wenn Atrista sich nicht an den abendlichen Gebetsritualen der Königin beteiligte können wir sicher sein, dass sie die Lehren aufnahm und in ihren Plänen um einen Staat und ein Volk verarbeitete.
„Die göttliche Khan betet alleine“ schreibt Yuna, „immer nach Sonnenuntergang geht die Khan alleine und nur begleitet von ihrer Tatscha Mei Thong in die Berge und meditiert…“
Atrista meditiert alleine wie schon in der „suchenden Zeit“. Tatscha ist der etwas spöttische Begriff für die Liebhaberin. Ob Mei Thong nur die engste Vertraute oder tatsächlich eine Liebhaberin war wissen wir nicht.

Noch etwas ist belegt aus dieser Zeit. Es taucht der Begriff "Palladisten" auf. Gemeint sind die, die an Pallas glauben.
Der alternde Merkur Khan hetzte gegen die Palladisten die sich vor der Gobi breit machten und als große Gefahr angesehen wurden. Die Merkiten rüsteten gegen die Amazonen. Merkur Khan verkündete, dass sein Sohn Uda diesem Spuk ein Ende machen werde.

Was aber war der Grund warum der Khan so kriegstreibend agierte?

Da gab es wohl auch noch eine alte Rechnung. Dem Khan war bestimmt nicht verborgen geblieben, dass sein Feldzug damals gegen die Chalduner doch tatsächlich die Erben der Preathea Khan übersehen hatte. Ein Fehler den es zu korrigieren galt.

Die Grasmerer und Chalduner die sich jetzt Amazonen nannten hatten zufällig einen strategischen Punkt entlang der Handelsstrasse besetzt. Der Seidenhandel führte durch die Mongolei und genau da wo sich die beiden Völker vereinigt hatten führte der Weg in die kälte- und hitzegeschützten Täler der Wüste. Wollte man diese Kontrollen umgehen dann lief man Gefahr dass man wochenlang bei extremen Minustemperaturen (bis zu -50°) oder bei extremer Hitze unterwegs war und so die ganze Karawane in Gefahr brachte. Wir wissen heute, dass Atrista dort eine Karawanserei errichtete. Kamele wurden getauscht und auch sämtliche Nachrichten machten dort die Runde. Wer die Handelsstrasse nutzen durfte bestimmten jetzt die Amazonen. Mit Sicherheit war dies auch ein Grund gegen die neue Macht zu hetzen.

400 v. Chr.: Rachefeldzug gegen die Merkiten
Die Hetzparolen des Merkur Khan waren Atrista nicht verborgen geblieben.
Auch Atrista hatte noch eine Rechnung mit dem Khan offen. Die Rache an der Ermordung ihrer weltlichen Mutter Preathea Khan war für sie eine heilige Rache (Boo inikami).
Nachdem sie die Bewegungen der Merkiter ausgespäht hatte und wusste wo sich der Khan und sein Sohn Uda mit seinen Kriegern versammelte brach sie mit dem größten Heer das sie jemals befehligt hatte auf und schloss einen weiten Kreis um die Versammelten. Die Amazonen entfachten ein Steppenfeuer und trieben es auf die Krieger der Merkiten zu und jagten sie in ein Felsental. Die erschöpften Merkiten wurden fast gänzlich abgeschlachtet.
Die Leichen des Khans und seines Sohnes band Atrista hinter ihr Kamel und ritt zwei Tage lang damit in das Hauptlager der Merkiten. Dort im Kreise der Alten angekommen enthauptete sie eigenhändig die beiden toten Anführer und pfählte ihre Köpfe in die Mitte des Lagers. Mit weit ausgebreiteten Armen soll sie vor den Köpfen gestanden und ihre Rache in den Himmel geschrien haben.
„Preathea Khan geliebte Mutter jetzt kannst du ruhen….“


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Re: Geschichte der Amazonen und Amazoniens

Beitragvon Atrista » 19.07.2013 14:19

Das Massaker das die Amazonen unter den Merkiten angerichtet hatten sprach sich weit herum und die Amazonen wurden zu einem gefürchteten Volk. Immer wieder wurden sie in Kämpfe verwickelt. Gezielt ging Atrista mit ihren Kriegerkasten auf die Anführer der benachbarten Stämme und Völker los. Ihre Taktik war diese Völkergruppen führerlos zu machen und so eine Zeit des Suchens und Findens auszulösen. Nadelstiche nannte sie es und griff immer wieder nur die Gruppe an wo sie die Khans vermutete. Angst und Schrecken sollten andere davon abhalten auch nur einen Angriff auf die Amazonen zu versuchen. Höchstpersönlich, und das ließ sie sich nicht nehmen schlug sie den Khans die Köpfe ab und zeigte sie dem geschlagenen Volk.
Die Chalduner oder die Amazonen wie sie sich jetzt nannten hatten einen enormen Zulauf von Völkergruppen die sich freiwillig unter den Schutz der kampfeswilligen Kriegerinnen stellten. Die Amazonen kontrollierten um diese Zeit etwa die Hälfte des Mongolenreichs.

Es gibt aus dieser Zeit mehrere Dokumente die diese Einschätzung belegen.

Wir wissen, dass etwa um 395 v. Chr. der Sklave Herildos eine Anmerkung für seinen Herrn niederschrieb wo es um die Absetzung eines Theaterstückes um die Göttin Pallas Athene ging. Einige der Adligen wollten der Aufführung nicht beiwohnen um auf die Gefahr der Palladisten aufmerksam zu machen die aus der Mongolei bis nach Griechenland und der Ägäisküste der Türkei herüber zu schwappen drohte.

„Wollen wir wirklich der Kunst entsagen und Pallas erzürnen nur weil ihre Kinder Blut trinken? Wollen wir wirklich unseren Helden die Ehrung versagen. Der Mensch ist mit seinem Geist und nicht mit seinem Schwert. Das Volk kann ohne seine Kleider leben jedoch nicht ohne seine Kunst. Nur der Gedanke, die Erfüllung der Reinheit im Geist wird den Menschen erheben und würdig machen den Göttern gegenüber zu treten.“

Etwas später lesen wir in dem gleichen Dokument:
„… wir müssen gewappnet sein und ein Heer aufstellen, ein erfolgreiches Troja wird es für uns nicht mehr geben. Noch können wir der Gefahr begegnen doch der Weg dahin ist weit und wir brauchen Verbündete….“

Auch im fernen Rom machte man sich Gedanken. Jedoch waren die Pläne der Kriegsherren dort ganz anderer Natur. Die Herren plagte die Sorge um den Nachschub für das Vordringen nach Osten.

„Unsere Legionen stehen weit im Osten, wir können schon die Türme Babylons sehen und auch Ägypten wird bald unser sein. Chaldun ( gemeint sind die Amazonen) soll die Turkmanen und die Hellenen niederhalten dann können unsere Schiffe unbehelligt kreuzen.“

Die Amazonen waren also zu diesem Zeitpunkt zur mongolischen Gefahr für die übrige Welt geworden. Die Grausamkeit der Kriegsführung hatte die Welt unruhig gemacht. Atrista aber dachte nicht daran die Griechen anzugreifen. Sie wusste genau, dass sie damit ihre bisherigen Errungenschaften aufs Spiel setzte. Sie hatte sich ja der Boo intikami, der Rache der Schamanen verpflichtet. Noch immer war oberstes Ziel das Palladion nach Hause zu holen.
Es dauerte fast 10 Jahre bis der Hauptsitz der Königin mit allen heiligen Plätzen vom Rande der Wüste in das sichere Gebirge verlegt war. Atrista ließ die Hauptstreitmacht bei Amelie zu deren Schutz im Gebirge zurück und machte sich nur mit wenigen Kriegern auf nach Babylonien. Am Zusammenfluss von Euphrat und Tigris wollte sie ihre Späherin Nele wieder finden oder dort eine Nachricht von ihr entgegennehmen.

390 v. Chr.: Aufbruch nach Babylon.

Atrista schlug sich nach Persien durch. Ihr Weg führte über das Zagros Gebirge nach Mesopotamien. Bei Charax nahe der heutigen irakischen Stadt Basra wollte man Zeichen von Nele finden.
Wochenlang durchstreiften sie die Stadt Charax und suchten nach Zeichen und Hinweisen. Atrista war mit ihren Kriegern als handeltreibende Frauen verkleidet. Über den Schultern hingen seidene Tücher und die Waffen hatten sie unter ihren Gewändern versteckt. Sie teilten sich in zwei Gruppen auf um in der Stadt nicht aufzufallen. Abends lagerten sie dann am Strand des Tigris.
Nach etwa zwei Monaten entdeckten sie endlich ein Zeichen von Nele

„… die brave und treue Nele … endlich sahen wir einen Hinweis. Es war nur ein Tuch aber der Wolf der eine Eule trug war ein Zeichen der Götter …“

Diesen Hinweis finden wir in den Erzählungen von Atrista wo sie Aufzeichnungen über ihre Unterhaltung mit der Pharao Kleopatra gemacht hat. Also sehr viel später entstanden diese Aufschriebe. Wir finden in den heutigen bekannten Dokumenten aus dieser Zeit auch einige Dokumente die wir Atrista zuordnen können aber bis heute nicht übersetzt haben. Lediglich bruchstückhaft und einzelne Satzfragmente sind bisher gelungen zu übersetzen. Atrista hat wohl eine eigene Schriftsprache entwickelt wenn es um geheime Dinge ging. Bei Kleopatra muss sie sehr viel gelernt haben über die Welt der Götter und die Astronomie.

„… Licht begleitet uns… Sie kommen aus den Wolken … fliegen wie Vögel…“

Das sind nur wenige Wortfetzen die in keinerlei Zusammenhang zu bringen sind. Aber aus diesen nichtcodierten Aufzeichnungen wissen wir, dass ein Tuch mit dem Zeichen des Wolfes und der Eule den Kontakt mit Nele hergestellt hat.

Was dann weiter passierte wissen wir ziemlich genau denn Nele selbst schrieb in einem Brief an Tirkiki:

„ Tränen standen mir in den Augen als ich sie sah. Unter den Gewändern war sie kaum wieder zu erkennen aber mein Herz schlug bis zum Hals als sie mein Haus betrat. An Körpergröße übertraf sie alle Frauen die ich kannte. Wir konnten nicht reden, es war viel zu gefährlich daher verabredeten wir uns für die Nacht.“

Man kann sich denken wie groß die Wiedersehensfreude war. Von Nele bekommen wir auch ein ziemlich genaues Bild über die Zustände im damaligen Babylonien.

Nele klärte Atrista auf:
Seit über 200 Jahren herrscht hier Krieg. Die babylonischen Könige haben sich inzwischen zur Bedeutungslosigkeit dezimiert, sie existieren fast nicht mehr. Babylonien wird von der assyrischen Allianz beherrscht. Die Kaiser Syriens kontrollieren weite Teile Babyloniens sogar bis fast nach Persien hinein. Nur den syrischen Soldaten ist es erlaubt Waffen zu tragen. Frauen ist es streng verboten Waffen zu tragen.
Vor etwa 1000 Jahren gab es hier ein Volk das sich Tharareb nannte. Sie kamen von Nubien über Ägypten hier her und haben sich dann im dunklen Meer auf die Insel Charism zurückgezogen. Dieses Volk gibt es noch aber niemand kann mit ihnen Kontakt aufnehmen. Das Gebirge auf Charism (die Halbinsel Krim im Schwarzen Meer) ist verbotene Zone. Wer sich dorthin begibt stirbt oder kommt mit verwirrtem Geist zurück.
Die Tharareb haben die babylonische Dynastie gestützt aber niemand weiß genaueres warum sie sich zurückgezogen haben. Es sollen große, sehr große Menschen sein mit roter Haut und sie haben die Stärke von mehreren Kamelen. Die Steine der Bauten sind fast dicker als ein Mensch groß ist und sie haben wie ihr seht bis in die Wolken gebaut.
Ich habe das Palladion gefunden. Es wird in Appolonia versteckt. Du musst etwa dreißig Tage reisen. Das ist eine der letzten hellenischen Kolonien am dunklen Meer. Es patrollieren griechische Soldaten durch die Strassen aber sie sind nicht mit dem Herzen bei der Sache, sehr mürrisch und launisch.
In Appolonia gibt es ein Theater und dort eine Krypta. Die beiden Wächter kann man mit Wein und einer Frau gefügig machen. Wenn wir das Palladion haben dann werden wir uns aufmachen und in zehn Tagen die Halbinsel Charism erreichen. Dort begeben wir uns an den Rand der verbotenen Zone. Niemand wird uns dort suchen. Ja ich war dort, bin aber nicht sehr weit in das Gebirge gegangen. Es ist unheimlich dort und die Götter scheinen dort ein und aus zu gehen. Seltsame Lichter sind am Himmel zu sehen.

Die Erzählungen von Nele geben uns auch einen ersten Hinweis auf das Volk der Tharareb.

Die Frauen tauschten ihre seidenen Tücher gegen Kamele ein und machten sich auf den Weg nach Appolonia. Der Weg dorthin dauerte trotz der Kamele sehr viel länger.
Immer wieder trafen sie auf weit vorgeschobene Legionen der Römer.
Atrista beobachtete tagelang das Treiben in den Garnisonen. Ganz besonders interessierte sie sich für die Kampfübungsplätze. Ihre Gefährtinnen belustigte das Kriegspiel ohne Feind aber für Atrista war es etwas Neues.
Die keilförmige Formation die den Feind zu Fusse aufteilte und dann in einem Ring umschloss.
Für einen Kampf im Gebirge untauglich aber im weiten Land sehr effektiv. Atrista verstand warum die Römer den anderen Völkern überlegen waren.

In Appolonia angekommen war das Glück auf ihrer Seite. Nele zeigte den Frauen wie sie unbemerkt in die Stadt kamen und wieder heraus. Just zu dem Zeitpunkt als sie die Stadt betraten fand am anderen Ende der Stadt eine Feier zu Ehren von Drakolos, dem griechischen Stadthalter statt. Die Mehrzahl der Soldaten befand sich dort und die wenigen Soldaten in den Straßen ärgerten sich, dass sie nicht an der Feier teilnehmen konnten. Das Theater war bis auf die beiden Wächter an der Krypta menschenleer. Atrista handelte sofort und ohne zu zögern. Die Frauen wanderten lachen und erzählend auf die beiden Männer zu und noch bevor sie Verdacht schöpfen konnten hatte man ihnen schon die Kehlen durchschnitten.
An der Stelle wo die Kiste mit dem Palladion stand schrieb Atrista mit dem Blut der Wächter in griechischer Schrift: „ Chalduna Boo intikrami“
Sie hinterließ so bei den Griechen keine Zweifel wer für diese Tat verantwortlich war.

Ungefähr 2 Monate blieben sie im Versteck an der verbotenen Zone. Das Gebirge zu erkunden traute sich Atrista mit dem armseligen Häuflein Krieger nicht. Das Palladion nach Hause zu bringen hatte oberste Priorität. Aber im Norden der Halbinsel gelegenen Gebirge fand Atrista eine ideales Land vor. Sie beschloss mit ihrem Volk hierher zu ziehen. Das Land war dünn besiedelt und die wenigen Menschen vom Volk der Chromäerer (Georgier) stellten keine Gefahr dar. Hier war der richtige Ort um sich von den Kriegswehen zu erholen.

388 v. Chr.: Das Sanctum

Wir wissen dieses Datum ziemlich genau, weil es in die Grundmauern der Ruine eines Felsentempels eingemeißelt ist. Es ist auch der Zeitpunkt da Atrista ihrer Schwester das Palladion überreichte.
Die abenteuerlich Reise hatte also zwei Jahre gedauert. Als Atrista in das mongolische Gebirge zurückkehrte und den inzwischen errichteten Felsentempel sah musste sie niedergekniet und ausgerufen haben:

„Sanctum Deis Pallas“

Amelie hatte in der Zwischenzeit eine gut funktionierende Verwaltung aufgebaut. Eine Kaste der Priester und Schamanen ins Leben gerufen und den Felsentempel als Amtssitz gewählt. Der Wohnsitz trug von diesem Zeitpunkt an den Namen Sanctum.
Vor dem Sanctum war ein sehr großer Thoang, ein Kreis des Friedens in dessen Mitte ein heiliges Feuer brannte. Links und rechts gab es zwei Gräber. Yuna war verstorben und auch Atristas Geliebte die Anführerin der Kriegerkasten Mei hatte dort ihre Ehrengrabstätte. Amelie hatte inzwischen für Atrista gehandelt und Pandora zur Anführerin der Krieger ernannt. Es muss schwer gewesen sein für Atrista ihre Schwester davon zu überzeugen dass sie weiterziehen mussten. Das Gebirge hier war nicht sicher und der Lebensraum der Chalduner viel zu bekannt.

380 v. Chr.: Wanderung nach Chromäa

Um sich unkenntlich zu machen und nicht als Volk der Chalduner aufzufallen hatte Atrista den Wolf und die Eule von ihrem Wappen entfernt und das Leder zeigte nur noch den Brustschild. Die Volkswanderung lief sehr geordnet ab. Ein großes Heer an Kriegern war als Vorhut abgeordnet um auch eine Zentrale zu errichten. Ein weiteres Heer mit Kriegerkasten begleitete dann Amelie und Atrista etwa 2 Jahre später in die neue Heimat. Erst dann wurden nach und nach die umzugswilligen nach geholt.
Um die Amazonen wurde es still. Chaldun war von der Bildfläche verschwunden.


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Re: Geschichte der Amazonen und Amazoniens

Beitragvon Atrista » 23.07.2013 11:14

Will man die Zeit in Chromäa beschreiben kann man nur Mutmaßungen anstellen. Es gibt halbverkohlte Papiere in den Archiven. Die meisten davon sind jedoch in Atristas geheimer Schrift abgefasst. Welcher Katastrophe die Dokumente zum Opfer gefallen sind kann man auch nicht genau sagen. Wir wissen von keinem Krieg den wir in diese Zeit datieren könnten. Wir wissen aber dass es um die Zeit um 250 v. Chr. ein starkes Erdbeben in dieser Region gegeben haben muss. Erst danach werden die Archive wieder deutlicher. Wenn wir aber alle Fragmente in die richtige Zeitfolge bringen können wir uns doch ein ungefähres Bild machen.

In Konstantinopel wurde ein griechisches Dokument gefunden.
Der Schreiber Perakles verfasste einen Erlass aus dem Jahre 290 v.Chr. in dem die hellenischen Kolonien aufgefordert wurden ihre Suche nach Amelie und Atrista einzustellen.
„… wir müssen uns verstärkt um Rom kümmern und nicht den Luftgestalten nachjagen die längst bei den Göttern weilen. Schande auch über uns, dass wir bisher die Gräber der Doppelkönige von Chaldun nicht gefunden haben….“

Hierbei kann es sich nur um die Geschwister Amelie und Atrista handeln. Die Griechen haben also diese Beiden für tot geglaubt. Tot durch Zeitablauf könnte man vermerken.

Wir wissen, dass die Doppelkönige ihre Zeit der Ruhe genutzt haben und eine Verwaltung aufgebaut haben. Um das Sanctum (dem heiligen Wohnsitz) herum gab es eine kleine Siedlung mit allerlei Verwalterinnen.
Wir kennen aus dieser Zeit peinlich genau Listen über die Finanzen. Es gibt Listen die besagen wo die Münzen und das Gold herrühren. Es gibt auch Listen von fremden Währungen die zum Handel genutzt werden konnten. Der Viehbestand wurde kontrolliert. Die Ernte genau verwogen und es gibt Verteilerlisten über die Ernte an das Volk.
Arm war Chaldun also nicht. Aber was anfangen mit all dem Reichtum wenn man sich verstecken will. Wir gehen davon aus, dass Amelie diesen Reichtum großzügig an das Volk verteilte und somit eine verschworene und loyale Gemeinschaft bildete.
Unter den Listen der Verstorbenen, auch darüber wurde peinlich Buch geführt, finden wir auch den Namen der Anführerin der Kriegerkaste, Pandora und der getreuen Nele. Wir wissen nicht wer zur Nachfolgerin ernannt wurde.
In dieser Zeit dürften die Kasten der Priester unter Amelie ein höheres Ansehen gehabt haben als die Krieger.

Bemerkenswert ist aus dieser Zeit, dass Atrista sehr viel forschte. Sie hatte sich eine kleine Gesellschaft von Schreibern organisiert die alles notieren sollten was sie laut dachte. Schade, dass davon nicht sehr viel übrig geblieben ist. Aber aus den erhaltenen Fragmenten können wir uns doch ein einigermaßen Bild von den Aktivitäten machen.
Es wurde auch eine neue Kaste begründet. So eine Art Spähtrupp oder Vorabkommando, man könnte auch sagen es war so eine Art Geheimpolizei.
Dieser Kaste haben wir das Archiv zu verdanken. Immer wieder war auch jemand aus dieser Kaste unterwegs in fremden Ländern und brachte neue Erkenntnisse mit. Atrista war sehr an dem Wissen der Babylonier interessiert. Sie hatten Kenntnisse des menschlichen Körpers und eine weit fortgeschrittene Kunst der Berechnungen. Mitglieder der Kaste waren nicht nur in alle Winde verstreut sondern manchmal auch im Begleittross wenn Atrista das Land erkundete.

„… jetzt sitzt die Khan schon seit 5 Tagen auf diesem Felsen und beobachtet wie die Chromäer mit ihren Pferden jagen …“

Atrista war fasziniert von dem Jägervolk und der Tatsache, dass diese Pferde anstelle von Kamelen einsetzten. Pferde waren viel wendiger und auch schneller. Das wusste Atrista. Pferde brauchten aber auch viel Wasser und Nahrung deswegen waren die Chalduner bei ihren Kamelen geblieben. Wasser und Futter aber gab es in diesem Land im Überfluss. Die Pferde wurden ohne Sattel geritten.
Atrista beobachtete auch, dass die Jäger stundenlang seitlich an ihren Pferden hingen. Mit nur einem, um den Hals geschlungenen Seil und einem geflochtenen Steigbügel hingen sie fast unsichtbar an den Hälsen seitlich ihrer Pferde. Die Pferde ließen sie dann in eine Wildherde hinein grasen und erst in dem Moment wo der Zeitpunkt der Jagd günstig war, stiegen sie auf und erlegten ihr Wild.
Diese Technik wollte Atrista unbedingt erlernen und für spätere Zwecke nutzen. Sie ging also zu den Jägern.

„.. die Khan wollte als normale Jägerin gelten und wir durften uns nicht als Schutztruppe zu erkennen geben. Wir wussten nicht wie wir uns verhalten sollten. Die Khan wollte wie die Chromäer seitlich am Pferd hängen….. Die Jäger lachten und machten sich lustig als die Khan immer wieder seitlich abrutschte und ins Gras fiel. …manchmal zuckten unsere Hände nach den Waffen….Die Khan übte bis in die Dunkelheit und so lange bis sie seitlich am Pferd hängend galoppieren konnte…“

In den Steppen und den Wäldern gab es noch andere seltsame Begegnungen:
„… sie liefen auf den Zehen und wippten geschmeidig wie ein Tier beim Gehen. Zottelige Haare hingen bis zu den Knöcheln. Die Chromäer jagen oft gemeinsam mit ihnen…“

Sie sahen aus wie Tiere und bewegten sich auch wie Tiere waren aber mit Sicherheit Menschen. Solche Missgeburten wurden in anderen Teilen der bisher bekannten Welt gemieden oder als bösartig verfolgt. Hier aber schien ein friedliches Miteinander zu herrschen. Das musste die Chalduner erstaunt haben denn es war eine Niederschrift wert. Wir finden Aufzeichnungen die von einer Art Fellbehaarung sprechen, bei anderen wurde nur die nackte Haut beschrieben und ein katzenartiger Gang. Andere blieben beim Stehen auf allen Vieren und andere wiederum gingen komplett aufrecht.
Atrista ließ von ihren Begleitern alles aufschreiben.
Nach der großen Katastrophe musste Atrista sehr oft mit nur einer oder zwei Begleiterinnen unterwegs gewesen sein.

250 v. Chr.: Begegnung in der verbotenen Zone

Atristas Ausflüge gingen immer tiefer in die Halbinsel Charism bis zum Gebirgsrand wo die verbotene Zone anfing. Es gibt Zeichnungen von Atrista wo sie den Gebirgsverlauf skizzierte.

„… die Khan suchte nach einem Zugang, nach einer Art Pass. Einmal waren wir sehr hoch in das Gebirge eingedrungen und saßen auf einem Felsvorsprung. Wir konnten die Lichter am Himmel sehen. Wir trauten uns nicht ein Feuer zu machen, wir hatten Angst…“
„… wir haben einen Pass entdeckt. Der Weg zeigte dass er sehr oft begangen wurde wir mussten also vorsichtig sein …“

Diese Neugierde der Khan ist nicht verwunderlich. Die unheimliche Nachbarschaft konnte ihr nicht egal sein und wenn dort hinter dem Gebirge tatsächlich die Götter am Werk waren dann war die Neugierde erst recht berechtigt. Schließlich versprach eine solche Begegnungsstätte doch einen viel einfacheren Dialog mit ihrer Mutter und ohne Umwege über die Priesterinnen.

„… besser ausgerüstet machten wir uns auf den Pass zu erkunden. Wir waren lediglich zu Dritt um uns besser verstecken zu können. Tipiki, eine Kriegerin begleitete uns….wir hatten fast schon die Baumgrenze erreicht als wir seitlich des Weges eine kleine Lichtung sahen. Dort stand vor einer Höhle eine Gestalt und die Khan schlich sich an. Die Gestalt war größer als unsere Khan und auch sehr viel breiter. Das Haar war in langen und dichten Zöpfen geflochten und reichte bis auf den Boden. Die regungslose Gestalt bewegte sich plötzlich und wir verharrten wie Steine. Niemand von uns hat eine Bewegung gesehen aber plötzlich stand diese Gestalt zu uns gewandt und ein Messer so groß wie ein Beil flog am Kopf der Khan in den Baum. Es war eine Frau das war deutlich zu sehen und sie war in rotes Leder gekleidet und sie hob eine Hand und wedelte mit dem Finger. Sie wollte uns zu verstehen geben, dass wir hier nichts zu suchen hätten. Sie sprach in einer Sprache die ich nicht verstehen konnte. Die Khan aber übersetzte uns. Merkwürdig war, dass diese Frau die Augen verbunden hatte. Wie konnte sie uns sehen? Ihr Kopf lag etwas schief und sie schnüffelte in unsere Richtung. So als würden Bären brummen sagte sie plötzlich: du bist kein Mensch, du bist anders, was bist du? Und die Khan antwortete und wollte näher heran gehen. Wieder flog ein Messer am Kopf der Khan vorbei in den Baum. Alles ging so schnell. Die Khan machte einen Satz nach vorne und wurde mit einem Hieb in den Wald geworfen wo sie liegen blieb. Tipiki griff nach ihrem Schwert aber noch bevor sie es gezogen hatte steckte ein weiteres Messer vorne in ihrer Stirn und sie wurde nach hinten geschleudert. Die Frau aber drehte sich zu mir und brummte in verschiedenen Sprachen bis ich es verstand: Geht, solange ihr könnt. Ich eilte zur Khan die benommen am Boden lag. Unweit von ihr lag Tipiki mit gespaltenem Kopf. Ich drehte mich angstvoll nach der Frau um und konnte ein Leuchten sehen das aus der Höhle kam. Die Frau wedelte mit der Hand so als wollte sie mich davon jagen. Ich schleifte die Khan den Weg hinab. Pallas sei Dank, sie lebte noch…“

Von dieser Begegnung gibt es keine weiteren Aufzeichnungen. Wahrscheinlich erhalten wir einmal Klarheit wenn es gelingt die geheime Schrift zu übersetzen. Es gibt aber einen Erlass aus dieser Zeit unterzeichnet von Amelie und Atrista der es jeder Chalduner verbot sich dem Gebirge zu nähern.

Atrista wollte, dass auch Amelie das Land und ihre seltsamen Bewohner kennen lernte. Mit nur einer kleinen Schar als Begleitung wanderten sie gemeinsam durch das Land. Sie hatten ihre Kleidung schwarz gefärbt und trugen um unerkannt zu bleiben Tücher vor ihrem Gesicht und vermieden es den Weg nach Süden zu nehmen um dem Gebirge auf der Halbinsel nicht zu nahe zu kommen. Im Norden, nahe an der Grenze zum heutigen Russland kam es zu einer weiteren seltsamen Begegnung.

200 v. Chr.: Entdeckung der Elfen

Hier müssen wir nicht so viel rätseln. Von diesen Wanderungen durch das Land ist sehr viel dokumentiert und kann auch nachgelesen werden. Eines Tages muss sich folgendes zugetragen haben:
Die Dunkelheit war bereits herein gebrochen und der Trupp war auf der Suche nach einem Lagerplatz als auf dem Weg vor ihnen plötzlich zwei halbwüchsige Gestalten daher rannten verfolgt von einem kleinen Reitertrupp. Die beiden rannten direkt in die Arme der Amazonen und blieben wie versteinert stehen.

„Hilvera hilf uns, die Schattensoldaten. Wir sind verloren!“

Die Verfolger hörten den Schrei der kleinen Menschen und riefen ebenfalls erschreckt:
„Soldaten des Schatten …“
drehten ihre Pferde auf engstem Raum und galoppierten wild gestikulierend davon.

In der Dunkelheit und mit ihren schwarzen Umhängen und mit schwarzem Tuch vermummten Gesichter mögen die Amazonen wie dunkle Gestalten aus dem Schattenreich ausgesehen haben.
Amelie und Atrista schauten sich verständnislos an.
Noch bevor die Kleinen wieder reagieren konnten hatten die Krieger sie gepackt und vor die beiden Anführerinnen gezerrt.

„Wie habt ihr uns genannt?“ wollte Atrista wissen, „was oder wer seid ihr überhaupt?“

Einer der beiden trat Atrista an das Schienbein und als Atrista dann schmerzvoll aufschrie machten beide ein verwundertes Gesicht und stotterten:
„Ihr seid gar keine Schattenkrieger, Schatten kann man nicht treten, Schatten verspüren keine Schmerzen…“

Fast hätte Atrista losgelacht. Die Situation war eher komisch denn bedrohlich. Die kleinen zappelten hilflos in den Händen zweier Krieger und waren frech. Dabei zogen sie Grimassen die ihre Gesichter seltsam verzerrten.

„Ihr braucht keine Angst zu haben aber sagt uns wer ihr seid“, wollte Amelie jetzt wissen.

Atrista aber schien einen Verdacht zu haben. Sie trat vorsichtig an die beiden heran und nahm erst dem einen und dann dem anderen die Kopfbedeckung weg. Unter den Locken kamen zwei kleine, längliche Spitzohren zum Vorschein. Leise pfiff sie durch Zähne und zog einen der beiden am Ohr.
„Hey, lass das oder ich verwandle dich in eine Maus!“
„So, so, du kannst mich in eine Maus verwandeln? Warum tust du es dann nicht?“

Nachdem die zwei gemerkt haben, dass sie nicht die Schattenkrieger vor sich hatten sondern normal Menschen wurden sie zuversichtlicher. Der Angesprochene fuchtelte mit seinen Armen in der Luft herum und murmelte so eine Art Zauberspruch. Der andere gab ihm einen Klaps.
„Hör auf damit, du kannst es ja doch nicht!“ Die beiden fingen an zu zanken und irgendwann wurde es einem der Krieger zu bunt und haute auf die Köpfe der Zwerggestalten. Augenblicklich herrschte Ruhe.

„Ihr seid Elfen?“ wollte Atrista wissen, „Ich habe schon von euch gehört, jedoch konnte ich nicht glauben dass es euch wirklich gibt“

„Wir sind Wakaponia, Lichtelfen die im Wald leben und wir werden groß und stark also überlege dir gut was du uns antust!“ Der Kleine strotzte nur so vor Selbstbewusstsein. „Und wer seid ihr, ihr komischen Gestalten?“
„Dazu kommen wir später, erst will ich noch wissen was es mit den Schatten auf sich hat,“ wich Atrista aus. Und dann sprudelte es aus den beiden heraus:

„Hel hat die Tore der Unterwelt geöffnet und Drough, der Gedankensammler sucht eine Elfe mit reinem Herzen. Er will ihr Blut um noch mehr Macht zu bekommen. Er hat uns gesagt, wenn wir ihm eine der unseren opfern hilf er uns im Kampf gegen die Chalduner die uns vernichten wollen.“

Atrista unterbrach den Redefluss, „wie sieht denn dieser Drough aus und was hat es mit den Chaldunern auf sich?“ wollte sie wissen.

„Mal sieht er so aus und mal so. Oft kommt er als harmloser Mensch daher, er dringt in deinen Geist und dann tust du Dinge die du gar nicht willst….“
„und die Chalduner?“ drängte Atrista
„ein blutrünstiger, gnadenloser Räuberhaufen, sehr mächtig….“
„und warum wollen die euch vernichten?“ bohrte Atrista weiter noch bevor Amelie den Aussagen widersprechen konnte.
„Na , das liegt doch auf der Hand. Weil wir über Kräfte verfügen die diese Bande gerne hätte, sie wollen uns ihren Göttern opfern und dann genau so mächtig werden wie wir.“
Amelie die aufklären wollte wurde von Atrista unterbrochen: „Ihr könnt gehen, geht nach Hause zu euren Familien aber seid in Zukunft vorsichtiger.“
„und… und wer seid ihr?“ wollte einer der beiden wissen.

„Wanderer, nur Wanderer die das Land kennen lernen wollen,“ sagte Atrista leise

So muss sich die Begegnung zugetragen haben. Diese Geschichte wurde aus verschiedenen Aufzeichnungen zusammen getragen. Alle Schriften sind inhaltlich fast deckungsgleich.
Auf diesen Wanderungen begegneten sie verschiedenen Wesen. Mit einigen konnten sich die Chalduner sogar anfreunden. Katzenähnliche Wesen die sehr zutraulich waren und keinerlei Scheu hatten auch ein Stück gemeinsam zu gehen.


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Re: Geschichte der Amazonen und Amazoniens

Beitragvon Atrista » 14.08.2013 14:48

Als Drough Thor sich weigerte entgegen den Geboten der Hel in das Reich der Totengöttin zurückzukehren kam Unruhe auf in der Unterwelt.
Drough wollte seiner Herrin beweisen, dass es möglich sei, die Töchter der Pallas Athene zu besiegen und in die Unterwelt zu führen. Hel und ihre Götter bekämen so Einfluss auf den Götterrat im Himmel. Sie erhofften sich dadurch mehr Macht im Kampf gegen das Göttergeschlecht der Asen und gegen Odin.

Hel hatte Mühe eine Revolte zu verhindern. Nicht wenige der Götter in der Unterwelt wollten ebenfalls die Gelegenheit nutzen um aus der Finsternis zu entkommen und Macht im Licht zu ergreifen. Hel die Göttin der Totenwelt konnte ihre Götter und Mitstreiter nur beruhigen indem sie ihnen versprach nach einer List zu suchen wie man die Finsternis überwinden könnte aber zuerst sollten Odin und seine Asen vernichtet werden.

Als Kind des Asen Loki und der Riesin Angrboda wurde Hel von den Asen nicht anerkannt und nur dem Geschlecht der Riesen zugeordnet.
Die Götter fürchteten sich vor den Kindern des Loki und brachten Hel zusammen mit ihren Geschwistern, dem Fenriswolf und der Midgardschlange nach Asgard. Die Angst der Götter wurde jedoch so groß, dass man den Fenriswolf an eine Kette legte und die Midgardschlange ins Meer warf. Hel selbst wurde von Asgard in die Unterwelt verbannt. Hell gründete das Reich der Toten und sammelte die Seelen von tapferen Kriegern um sich herum.

Der Zugang zum Reich der Göttin der Unterwelt führt über eine silberne Brücke in eine Berghöhle. Die Riesin Modgudr bewacht die Brücke. Sie lässt jeden vorbei der in die Unterwelt möchte aber von dort lässt sie niemanden mehr an sich vorbei. Der Weg zurück ist allen verwehrt die sich einmal entschlossen hatten.
Garm, der vieräugige Höllenhund der Hel bewacht den Eingang um sicher zu stellen, dass kein Gott der Asen hier her vordringt um Hel zu bekämpfen.

Hel forderte von Pallas Athene die Seelen ihrer heimlichen Kinder Amelie und Atrista weil diese ihr noch einen Gefallen schuldete. Hel war überzeugt, dass die Götter um Zeus sie dann unterstützen würden wenn sie gegen die Asen in den Krieg zog. Für den Fall, dass Pallas und Artemis sich nicht gegen Odin wanden sollten die Seelen der Göttertöchter in den Sälen der Pein und Plagen auf immer dahin wandern.
Pallas weigerte sich und musste mit ansehen, wie ein Tempel nach dem anderen in Flammen aufging. Gemeinsam mit Artemis gelang es Pallas einen Fluch über Hel zu legen. Hel sollte verfaulen und verwesen. Mit jedem Tempel den sie in Flammen aufgehen lies sollte ein Teil ihrer Gottheit verloren gehen und die Menschlichkeit sollte am faulenden Körper sichtbar werden. Hel aber war eine mächtige Göttin und sämtliche Götter der Unterwelt vereinten sich und legten einen Schutzschild um Hel um weiteren Schaden zu verhindern. Nur eine Hälfte des Körpers von Hel ist entsetzlich verfault und die Haut ist schwarz und hart wie altes Leder. Die andere Hälfte aber soll um so schöner sein behaupten diejenigen die Hel in ihrem Reich gesehen haben.

Schließlich gab Pallas nach und bot Hel zum Schutze ihrer Tempel ihre Kinder an. Nur eine Bedingung stellte Pallas. Hel sollte sich Amelie und Atrista selbst in die Unterwelt holen. Hel zeigte sich einverstanden und entsandte vier ihrer Getreuen um die Töchter in das Reich der Toten zu holen. Garm ihr eigener Hund, der mit den vier Augen, Sleipnir ihr Halbbruder der sich in ein achtbeiniges Pferd verwandeln konnte, Drough Thor ihr Sklave der sich in einen Menschen verwandeln und jede Gestalt annehmen konnte und Mater Larum die Göttin der List die mit ihren vier Brüsten die notleidenden Zöglinge der Unterwelt säugte.

Niemand weiß wie Drough Thor es geschafft hat an der Riesin Modgudr vorbei zu kommen. Bisher wurden alle die es versucht hatten in die Tiefe geschleudert und ihre verlorenen Seelen sausten zurück in die letzten Winkel von Hels Burg. Sleipnir nahm den Hund Garm auf seinen Rücken und galoppierte mit seinen acht Läufen so schnell an der Riesin vorbei dass diese nur einen Windsturm wahrnahm. Sie rieb sich die Augen und drehte sich im Kreis und als sie wieder bei klaren Gedanken war stand hinter ihr die Göttin Mater Larum, die sich in die menschliche Hure Acca Larentia verwandelt hatte.
„Geh weiter wenn du dich traust oder verschwinde,“ herrschte Modgudr die Kurtisane an, „so wie du aussiehst kannst du in der alten Welt noch gute Dienste leisten.“
Acca aber machte kehrt und rannte in die Richtung in der die Riesin die alte Welt gedeutet hatte. Vier Wesen aus der Unterwelt entkamen so der Riesin und machten jetzt Jagd auf die Töchter der Göttin Pallas.

Acca Larentia traf in einem Tempel auf Hercules und erlag dem Werben des Gottes.
Nacht für Nacht schlich sie sich in den Tempel und diente dem Hercules als Dirne. Aus diesen nächtlichen Freudenfesten gebar Acca 12 Söhne, die Avalbrüder, die sie dem Tempel schenkte. Auch Romolus und Remus, zwei verstoßene Kinder nahm Acca auf und verhinderte ihren Hungerstod indem sie sie wie ihre leiblichen Kindern an ihren Brüsten säugte.
Später, als Romolus und Remus die Stadt Rom gründeten verkündeten sie beide voller Stolz, sie seien von der Lupa gesäugt und genährt worden. Dabei nutzten sie geschickt die Doppeldeutigkeit des Begriffes der Lupa der sowohl als die Wölfin als auch als die Dirne gedeutet werden konnte.
Eiligst ließen die beiden ungleichen Brüder der Wolfsgöttin ein Denkmal zur Stadtgründung setzen. Die leiblichen Kinder der Acca, in Wirklichkeit der Göttin Mater Larum, wurden als die Kaste der Tempelbrüder, als die 12 Laren bekannt.

Hel aber tobte in ihrer Burg in der Unterwelt. Sie war sehr erbost darüber, dass Mater Larum ihrem Auftrag nicht nachgekommen war. Sie hatte kein Verständnis dafür, dass eine Göttin aus ihrem Reich ausgerechnet dem Hercules verfallen war und von ihm auch noch 12 Kinder hatte. Sie war auch erbost über die Anmaßung, sich als Wolfsgöttin und Ziehmutter der Gründer Roms auszugeben und sie beschloss die Mutter der Laren zu bestrafen. Mater Larum musste künftig als Acca Larentia als eine Tempelhure ihr Dasein fristen und war auf die Almosen ihrer Freier angewiesen.
Die 12 Larenbrüder aber sollten als Wölfe verflucht werden um Mater an ihre Anmaßung zu erinnern. Da es aber Abkömmlinge einer ehemaligen Göttin aus der Unterwelt waren, sollten sie zwei Wesen in sich vereinen. Den Tiger und den Wolf. Die 12 Laren gründeten den Clan der Wolfstiger und versteckten sich an der Grenze der Mongolei zu China in den Wäldern. Sie schworen Rache für das Schicksal ihrer Mutter und wurden so, ohne das Wissen der Pallastöchter, zu deren heimlichen Beschützer.

Sleipnir und Garm hatten zunächst mehr Glück.
Als sie der Riesin Modgudr entkommen waren nahmen sie den direkten Weg nach Norden. Sie suchten nach dem Volk der Chalduner das seit einiger Zeit auf unerklärliche Weise verschwunden war. Hatten sie dieses Volk gefunden dann brauchten sie nur noch die Khan ausfindig machen und hatten so auch deren Schwester. Die letzten bekannten Aktivitäten waren Atristas Feldzug gegen die Merkiten und die grausame Ermordung des Merkur Khan und seines Sohnes Uda.
Der Höllenhund Garm nahm die Spur von Atrista beim Volk der Merkiten auf und landete schließlich nach etlichen Irrwegen auf der Halbinsel Charism wo er und Sleipnir auf die Krieger der Chalduner trafen. Sie erfuhren, dass Atrista mit ihrer Schwester auf der Wanderschaft war um das Land kennen zu lernen.

150 v. Chr.: Entdeckung der Wolfstiger

Der kleine Tross um die beiden Geschwister hatten bei ihrer Wanderschaft immer wieder Begleitung von seltsamen Wesen. Oftmals war es gar nicht so eindeutig ob diese Wesen Menschen oder Tiere waren.
Von Feih The, der Anführerin der begleitenden Krieger wissen wir, dass es mit Sicherheit nicht immer einfach war:

„Wie sollten wir entscheiden wer für die Königin und die Khan gefährlich war. Die Beiden spielten wie die Kinder mit den seltsamen Wesen die alles nachahmten. Die Katzen versuchten so zu laufen wie Atrista und fuchtelten mit ihren Armen herum wie Amelie wenn sie uns etwas erklärte. Diese Wesen waren zutraulich und kamen unseren Anführern sehr nahe.“

An anderer Stelle erfahren wir:

„wir haben uns damit abgefunden, dass sie wie Katzen aussahen. Sie zeigten uns immer gute Lager- und Rastplätze … In der Nacht sind sie verschwunden … Sie sind auch nicht am Tag zurückgekehrt … Es ist unheimlich ruhig im Wald … wir haben Angst …“

Es muss in der Tat eine unheimliche Stimmung aufgekommen sein. Auch von Atrista und Amelie haben wir Aufzeichnungen. Amelie schreibt in kleiner krakeligen mongolischer Schrift :

„… wie hält meine Schwester nur diese Spannung aus ?... Seit Tagen läuft sie herum, … mit der Hand an ihren Messern … sie giert nach dem Kampf. Ich habe Angst, große Angst und ich erbitte jeden Abend den Beistand unserer Mutter. Atrista schläft ganz nahe bei mir und wir halten uns an den Händen..“

Wenn wir alle Aufzeichnungen aus diesen Tagen zusammen führen dann könnte es sich ungefähr so zugetragen haben:

Eines Morgens, als das Lager erwachte, waren sämtliche katzenähnliche Wesen verschwunden. Niemand konnte sagen wohin und warum sie verschwunden waren. Ihre Abwesenheit wurde allen erst so richtig bewusst als diese Wesen sich auch den ganzen Tag und die darauf folgenden Tage nicht mehr zeigten. Zuerst diskutierte man in der Gruppe und suchte einen Grund. Amelie sann nach einem Ereignis das vielleicht diese Wesen beleidigt haben könnte.
Atristas Verstand arbeitete anders.
Instinktiv ahnte sie eine Gefahr die sie aber nicht erklären konnte. Erst als Feih The feststellte, dass nicht der geringste Laut, mitten im Wald zu hören war, begriffen auch alle anderen, dass eine besondere Gefahr in der Umgebung lauerte. Die Stille war so unheimlich, dass selbst die ältesten Kriegerinnen sich nur noch paarweise bewegten. Während Amelie darauf drängte dieses Gebiet zu verlassen wollte Atrista wissen was hier so unheimlich ist.

„… eine Gefahr die ich nicht kenne ist eine doppelte und nur den Feind den ich gesehen habe kann ich töten …“

Der Wandertross war gerade einmal ein paar Tagesreisen vom Hauptlager und vom Sanctum der Chalduner entfernt. Was immer es war, dieses Unheimliche konnte man nicht ignorieren. So marschierten sie tapfer weiter, immer bereit sofort einem Gegner gegenüber zu stehen.
Als Atrista schon glauben wollte dass die Götter ihren Geist prüfen wollte hielt Amelie plötzlich an und hob die Hand.

„Hörst du das?“ fragte sie ihre Schwester und Atrista verneinte. Amelie aber behauptete sie habe deutlich ein Gemurmel und ein Knurren vernommen und es werde immer deutlicher. Nachdem sie sich ein paar Mal im Kreis gedreht hatte schlug sie eine Richtung ein und Atrista folgte ihr mit gezogenem Schwert. Erst nach Stunden blieb auch Atrista plötzlich stehen und lauschte. Sie hörte ein Gemurmel, so als würden viele durcheinander sprechen und dazwischen war auch ein aufgeregtes Knurren.
Niemand sonst, nur Amelie und Atrista hörten dieses Gemurmel. Vorsichtig gingen sie weiter und plötzlich kamen sie an eine fast kreisrunde Waldlichtung. Gerade noch rechtzeitig konnten sie sich in den Büschen versteckt halten. Das was sie da auf der Lichtung sahen war schon mehr als unheimlich.
Dort saßen in einem großen Kreis 12 getigerte Wölfe und sie unterhielten sich wie Menschen. Fast hätten Amelie und Atrista vor Schreck aufgeschrien als aus dem Gemurmel sich deutliche Worte formten. Aus den fragenden Gesichtern ihrer Krieger entnahmen beide, dass nur sie diese Stimmen hören konnten.

„Fürchte dich nicht Amelie und auch du Atrista brauchst keine Furcht zu haben...
… Wenn du dich nicht fürchtest warum hast du dann dein Schwert gezogen ?“


Das Lachen musste Atrista im Kopf gedröhnt haben denn sie taumelt und griff sich an die Schläfen.

„Deine Gedanken sind Worte in unserem Geist du Tochter der Pallas Athene.
Wir sind die Laren, einst bestimmt den Tempel zu schützen. Jetzt haben wir keine Aufgabe mehr …

...Natürlich könnten wir deinen Tempel und das Sanctum schützen Amelie Tochter der großen Athene wenn deine Schwester einverstanden ist“


Atrista nickte schnell, sie wollte den Druck in ihrem Kopf los werden.

„Wir sind die Laren und wir beschützen die heiligen Stätten und Tempeln der Pallas Athene.
Wir danken euch dafür dass ihr uns wieder eine Aufgabe gegeben habt.

Hütet euch vor dem Pferd, das doppelt so schnell laufen kann wie andere Pferde und hütet euch auch vor dem Hund der doppelt so gut sehen kann wie andere Hunde. Tötet das Pferd und der Hund wird hilflos sein“


Nach dieser Warnung trat plötzlich wieder Stille ein, die Stimmen im Kopf waren verstummt. Amelie und Atrista rieben sich verwundert die Schläfen und als sie wieder auf die Lichtung sahen waren die Laren verschwunden. Der Platz war leer und im Wald waren wieder die üblichen Geräusche zu hören.


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Re: Geschichte der Amazonen und Amazoniens

Beitragvon Atrista » 22.08.2013 15:03

Wenn wir aus heutiger Sicht die Dokumente der folgenden Tagen betrachten dann dürfen wir mit Fug und Recht davon ausgehen, dass Amelie und Atrista dem Schatten begegnet sind ohne es zu wissen. Der Gestaltenwandler und Gedankensammler Drough Thor zeigte sich den Anführern der Chalduner als alter und gebrechlicher Mann in zerlumpten Stoffen gehüllt und auf einen Stock gestützt als sie alleine und ohne die Begleitung von Kriegern auf einen Berg geklettert waren um zu meditieren.

„Ich versuchte meine Schwester in die Kunst des Betens einzuführen,“ schreibt Amelie in ihrer kleinen Schrift, „sie sollte lernen zu hören was ich höre und zu sehen was ich sehe.“

Es war der Königin ein besonderes Anliegen, Atrista dazu zu bewegen ihre Macht und Stärke aus den Gedanken heraus zu schöpfen. Mentale Überlegenheit ist für andere spürbar und der Sieg daraus ist ein unblutiger Sieg.
Die höchste Stufe des Glaubens ist das „Erlebte Gebet“.

„Wenn dein Geist durch deinen Körper wandert und eins wird mit deinem Blut dann wird dein Geist zur Seele und zum Blut und Geist der Erde, du wirst Seele und Teil der Erde, dann erst bist du göttlich genug um Pallas zu hören und Artemis zu spüren, der Eule zuzuhören und mit dem Wolf zu schlafen.“

Amelie selbst verstand sich als die „Zentrale Ruhe“.
Die Gläubigen ihres Volkes richteten ihre Gebete an sie als zentrale Gottesmacht. Amelies Glaubenskosmos drehte sich um einen zentralen Punkt. Typisch für die Pallatisten in dieser Zeit. Das Leben wird von den Göttern initiiert und aus einer Mitte heraus in Bewegung gesetzt. Die Götter hatten keinen Anfang und kein Ende, sie waren und sind ewig.
Die Mitte war auch gedachte „Zentrale Harmonie“ zwischen den Polen der Unterwelt und der oberen Welt, der Welt des Bösen und der Welt des Guten, zwischen Licht und Schatten.

Amelie war mit Sicherheit die philosophisch am weitesten entwickelte der beiden Schwestern. Sie erwartete auch die gläubige Verehrung des Volkes und verstand sich auch als Heilsbringerin. Die politisch, taktischen Scharmützel ihrer Schwester waren ihr suspekt und unrein und sehr hinderlich auf dem Weg die höchste Stufe des Glaubens zu erreichen. Daher versuchte Amelie ihre Schwester immer sehr eindringlich davon zu überzeugen, dass auch sie Glaubensführer sein sollte und nicht politische Führerin.

Feih The gibt uns eine Beschreibung wie diese eindringliche Überzeugungsarbeit ausgesehen haben mag. Das Ganze bekommt noch eine komische Note wenn man die beiden Katzenwesen sich hinzudenkt die seit geraumer Zeit ständig um die beiden Schwestern herum waren.
Shi war eine kleine und schmächtige Katzenfrau und verfolgte Atrista auf Schritt und Tritt. Egal was Atrista auch machte, Shi tat es ihr nach und Atrista machte sich oft einen Spaß daraus und fuchtelte mit den Armen herum oder zog Grimassen und amüsierte sich köstlich wenn Shi das gleiche tat.
Shu war bereits ein etwas älteres Katzenwesen. Wenn Amelie stundenlang auf einem Hügel stand und in die Ferne schaute, stand Shu etwas abseits in der gleichen Haltung und stierte in die Landschaft.

„Amelie stand vor ihrer großen Schwester und ermahnte Atrista zu mehr Ernsthaftigkeit in Glaubensfragen. Sie stand da und schlug mit den Fäusten gegen Atristas Brust so als wolle sie ihre Worte in sie hinein trommeln. Die große Khan hörte geduldig zu und dann, wenn es ihr zu viel wurde nahm sie einfach ihre Schwester in den Arm und streichelte ihr über den Kopf und redete ebenso geduldig und beruhigend….. Etwas abseits standen sich Shi und Shu gegenüber. Shu haute mit ihren Händen gegen die Brust von Shi und fauchte sie an …“

Feih The schreibt weiter, dass Atrista auch jeden Abend mit Amelie auf den Berg gegangen sei und von der Khan selbst erfahren wir folgendes:

„Ich ging mit auf den Berg um meiner Schwester einen Gefallen zu tun … ich quälte mich durch die Zeremonien … Amelie bemühte sich redlich mit mir aber ich war sicher, ich war nicht die Auserwählte, mir war die höchste Stufe des Glaubens nicht vergönnt…“

Nach den Aufzeichnungen von Atrista musste das wochenlang so gehen denn bei ihren Niederschriften finden sich mehr gelangweilte Nebensächlichkeiten. Atrista schreibt von schönen abendlichen Farben im Himmel, beschreibt die beiden Katzen Shi und Shu wie sie alles, aber auch alles nachmachen. Plötzlich war Atrista wieder mit Eifer bei der Sache:

„Ich schaffte es einfach nicht mit meinem Körper und Geist eins zu werden. Irgendetwas lenkte mich ab … ich war über mich selbst erschrocken als ich herausfand, dass ich mich in den Gedanken anderer verlieren konnte. Das war es was mich immer ablenkte mich selbst zu sein. Ich konnte mich auf die Gedanken anderer konzentrieren. Ich versuchte es heimlich und bei Pallas es war erschreckend. Amelie wunderte sich über meinen neuen Eifer, wenn ich selbst nachdem wir wieder im Lager waren nicht aufhören konnte zu „beten“ aber ich musste mir da ganz sicher sein.“

Es gibt da einen besonderen Eintrag in den Aufzeichnungen. Atrista kennzeichnete ihre Niederschriften immer mit irgendwelchen Zeichen die an die nordischen Runen erinnerten. So konnte sie auch noch später Notizen machen und diese Notiz dann mit dem Zeichen eines anderen Beitrags versehen um zu zeigen, dass sie zusammen gehören. Der Eintrag den wir da gefunden haben ist deswegen so besonders weil er teilweise verschlüsselt ist.

„Vielleicht war mein Eifer bei der Gedankenleserei daran schuld, dass wir unachtsam wurden und …."

Wenn wir auch die Aufzeichnungen von Amelie zu den Ereignissen hinzunehmen und die der Anführerin Feih The dann rekonstruieren wir folgendes Ereignis:

Amelie und Atrista waren wie jeden Abend auf einen Berg geklettert um zu beten während die Krieger unten das Lager organisierten. Amelie versank in Geist und Körper und Atrista versank in den Gedanken in ihrer Umgebung. Irgendetwas störte die Harmonie und etwas unwirsch brach Atrista fast zeitgleich mit Amelie ihre Meditation ab. Als sie ihre Augen öffneten stand vor ihnen ein alter Mann in einem zerlumpten Fellmantel und zittrig auf einen Stock gestützt. Keiner der beiden Schwestern fiel auf, dass die beiden Katzenfrauen nicht mehr zu sehen waren und selbst als der Alte sie mit Namen ansprach schöpften sie keinen Verdacht.

„Ich sehe es gerne, wenn Kinder üben um sich vollkommen zu machen. Du Amelie und du Atrista, ihr seid aber noch weit davon entfernt das zu sein was ihr sein könntet….“

Atrista spürte wie sich eine bleierne Schwere in ihrem Körper ausbreitete. Es fiel ihr schwer ihre Arme zu bewegen und auch an Aufstehen war nicht mehr zu denken. Sie empfand diese Situation seltsamer Weise nicht bedrohlich und auch im Gesicht ihrer Schwester war ein glückliches Lächeln zu sehen. Atrista hatte ein Gefühl vollkommener Glückseligkeit und die Tatsache , dass sie sich kaum bewegen konnte schien völlig normal. Die Stimme des alten Mannes machte sie glücklich als er ihr Macht versprach und ihr ein Geschenk machen wollte.

„Mit mir zusammen werdet ihr mächtig, mächtiger als es je ein Wesen auf dieser Welt war. Ich mache euch zur Vergangenheit und zur Zukunft. Kommt mit mir in eine neue Welt. Dir Atrista schenke ich dieses Pferd und dir Amelie werde ich diesen Hund schenken. Doch unterschätzt nicht was ihr seht.“

Noch während der Alte sprach kam aus dem nahem Unterholz ein Pferd mit 8 Beinen und ein Hund mit 4 Augen. Für die Kriegerin das Pferd und für die Seherin der Hund. Atrista konnte nicht anders, sie stand auf und ging zu dem Pferd und streichelte es. Amelie war ebenfalls aufgestanden und nahm den Hund auf ihre Arme. Der alte Mann aber war plötzlich verschwunden und die beiden Schwestern standen da und lächelten sich glücklich an.

„lasst uns alle aufsteigen,“ sagte Garm freundlich und lächelte Amelie an, „lasst uns in eine neue Welt gehen…“

Atrista nahm die Zügel des Pferdes in die Hand und wollte sich auf den Rücken schwingen als ihr Blick auf die kunstvolle Inschrift auf der ledernen Zügel fiel.
„Oðinn þik eigi“

Sie versuchte gegen den Druck in ihrem Kopf anzukämpfen und versuchte zu verstehen was diese Inschrift bedeutete. Da war etwas in ihr, dass sie aufforderte auf den Rücken des Pferdes zu steigen, Amelie die Hand zu reichen und sie ebenfalls auf den Rücken zu nehmen und dann in ein neues Abenteuer zu reiten. Immer wieder machte sie Ansätze aufzusteigen aber zuerst musste sie Klarheit haben über diese Inschrift. Sie wusste genau, dass sie diese Schrift kannte und sie war sich sicher, dass sie auch die Bedeutung der Inschrift deuten konnte. Atrista führte einen verzweifelten Kampf gegen die Benommenheit in ihrem Kopf. Wellen der Euphorie durchströmten ihren Körper und Amelie lächelte sie an und forderte unaufhörlich dass sie endlich aufsteigen soll.

„Das Pferd gehört dir, dir gebührt es als erste aufzusteigen,“ Amelie konnte das Glück der Schwestern kaum fassen und der Hund auf ihrem Arm drückte und schmiegte sich an ihre Brust und raunte Amelie, sodass Atrista es hören konnte zu:
„vielleicht ist sie ja doch nicht die Große für die wir sie alle gehalten haben, sie scheint feige zu sein und erkennt nicht ihre große Chance ….“

Der Hohn und der Spott traf Atrista nicht sonderlich. Sie war gegen solche Provokationen immer Immun gewesen aber jetzt wurde ihr innerer Widerstand angestachelt und dann plötzlich hatte sie auch die Erkenntnis.
„Oðinn þik eigi“ war die Sprache der frühen Nordmenschen und bedeutete so viel wie: „Möge Odin dich zu eigen machen“ oder auch „Odins Eigentum“

Der Druck im Kopf von Atrista nahm zu und wurde schmerzhaft. Amelie sah sie nur noch verschwommen, alles flimmerte vor ihren Augen.
„Du bist also Odins Eigentum,“ schoss es ihr durch den Kopf und sie strengte sich noch mehr an einen klaren Gedanken zu fassen. Sie umklammerte den Hals des Pferdes mit beiden Händen um Halt zu haben und dann kamen ihr plötzlich wieder andere Wortfetzen in den Sinn:

„Hütet euch vor dem Pferd, das doppelt so schnell laufen kann wie andere Pferde und hütet euch auch vor dem Hund der doppelt so gut sehen kann wie andere Hunde.“

Immer und immer wieder schossen diese Worte durch ihren Kopf und plötzlich dachte sie an die Laren die ihr diese Warnung haben zu kommen lassen. Je stärker sie an die Wolfstiger dachte desto stärker wurden ihre Gedanken durcheinander gewirbelt. Ein Brummen und ein Gemurmel hob an und plötzlich vernahm sie eine Stimme.
„Wir sind die Laren und wir sind hier, dein Geist sei klar und deine Gedanken sicher und rein. Mehr können wir für dich nicht tun. Handle wie du es für richtig hältst.“

Schlagartig war das Gemurmel aus dem Kopf verschwunden. Der Druck war weg und auch die Euphorie. Atrista fand sich in einer gespenstigen Szene wieder. Sie selbst hing am Hals eines Pferdes vor dem Sie gewarnt wurde und Amelie stand lächelnd und mit verklärtem Blick ihr gegenüber und hatte einen Hund auf dem Arm. Vor diesem Hund waren sie ebenfalls gewarnt worden. Jetzt verstand sie die Warnung der Laren.
„Hütet euch vor dem Pferd, das doppelt so schnell laufen kann wie andere Pferde und hütet euch auch vor dem Hund der doppelt so gut sehen kann wie andere Hunde. Tötet das Pferd und der Hund wird hilflos sein“

Atrista ließ sich nichts anmerken und schwang sich auf den Rücken des Pferdes. Sie ließ Amelie aufsteigen, nahm ihr den Hund aus den Armen und setzte ihn vor sich auf den Hals damit er dem Pferd die Richtung geben konnte. Als Sleipnir, als diesen hatte Atrista den Hengst erkannt, sich in Bewegung setzen wollte zog Atrista ihr Schwert und durchtrennte die Kehle des Pferdes. Acht Beine zitterten gewaltig als das Blut aus dem Hals tropfte und Atrista drückte dem Hund das Schwert an die Kehle und in dem Augenblick als sie durchziehen wollte hörte sie eine grollende Stimme über sich:

„Halt ein, Atrista, lass mir meinen Hund. Schenke meinem treuen Freund das Leben und ich werde auf eure Seelen verzichten!“

Atrista steckte ihr Schwert ein und wenige Augenblicke später war Garm und auch Sleipnir verschwunden. Die bleierne Schwere war von den Schwestern abgefallen und ihre Gedanken waren wieder klar. Verwundert rieben sie sich die Augen als die Krieger, angeführt von der aufgeregten Shi den Hügel herauf gehetzt kamen und schützend einen Kreis um die beiden Anführer bildeten. Erst jetzt erfuhren auch Amelie und Atrista, dass Shi und Shu den Alten angegriffen hatten um die Schwestern zu befreien. Shu fand man tot in einem Gebüsch. Shi hatte es geschafft ins Lager zu rennen und Hilfe zu holen. In dieser Nacht blieben Amelie und Atrista mit Shi auf dem Hügel. Die junge Katzenfrau saß zwischen den beiden Schwestern und schrie ihren Schmerz in die Dunkelheit …


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Re: Geschichte der Amazonen und Amazoniens

Beitragvon Atrista » 27.08.2014 10:17

Amelie berief den Thong ein und alle versammelten sich um den Feuerkreis. Nach diesen Erlebnissen forderte Amelie den Abbruch der Reisen und die Rückkehr in die Heimat.
„es war eine seltsame Versammlung,“ notierte Feih The im Tagebuch der Wanderungen.

„Zum ersten Mal verspürten wir so etwas wie eine Art Machtkampf zwischen den göttlichen Schwestern. Die Königin stand sichtlich unter dem Schock der Erlebnisse. Sie hatte erleben müssen wie zerbrechlich ihr Imperium war und wie nahe sie selbst der Vernichtung war. Die Reinheit des Glaubens, das Zentrum der Ruhe hatte nicht ausgereicht um sie vor der Übernahme durch einen fremden bösartigen Geist zu schützen. Schlimmer noch, alleine der mentalen Kraft Atristas und ihrer Hemmungslosigkeit mit dem Schwert hatten sie ihr Überleben zu verdanken. Ausgerechnet ihre lasterhafte und blutgierige Schwester war mental in der Lage gewesen die Lage zu erfassen. Diese Erkenntnis tat Amelie besonders weh und entsprechend giftig forderte sie auch den Abbruch der Wanderungen. Amelie schimpfte auf die Blutgier der Krieger und lobte die Gläubigkeit der mitreisenden Schamanen.
Alleine der Unfertigkeit im Glauben ihrer Schwester gab sie die Schuld an den schicksalhaften Prüfungen die ihnen die Götter auferlegten.
Die Schamanen und Schreiber Amelies warfen sich bei diesem Wortgewitter auf den Boden und zeigten so die absolute Verehrung für die Göttin. Einige wenige trauten sich nicht und warteten ab wie sich Atrista verhalten würde. Ein paar mutige Krieger maulten missmutig herum. Das Lager, ja sogar die Einheit der Chalduner drohte hier zu zerbrechen.“

Das lesen wir in den Aufzeichnungen einer Kriegerin und bemerkenswerter Weise war es die Anführerin der Krieger Feih The. Wir wissen nicht auf welche Seite sie sich geschlagen hätte und wir wissen auch nicht ob ihr alle Krieger gefolgt wären. Die schriftlichen Notizen sind unterbrochen von Zeichnungen. Aus diesen Zeichnungen lesen wir heute mit unserem Wissen heraus, dass die Situation brenzlig gewesen sein muss.
Wir zählen 98 kleine Feuer um ein großes Feuer und etwa 87 Eulen um einen Wolf. Wenn wir alles richtig zuordnen dann waren die Anhänger Amelies in der Überzahl. Was aber hatte dies für eine Bedeutung angesichts der Entschlossenheit und kaltblütigen Raffinesse der Krieger und ihrer Leitwölfin. Mehrere Seiten hintereinander gab es diese Zeichnungen mit wechselnden Zahlenverhältnissen. Die Tatsache aber dass eine Kriegerin, wenn auch die Anführerin in einer solchen Situation Chancenabwägung betrieb und die Situation analysierte zeigt auch, dass Feih The in sehr hohem Rang und mit einer sehr guten Ausbildung ausgestattet sein musste. Wir können uns auch vorstellen, dass nicht nur das Feuer des Versammlungsortes geknistert haben muss.

„… alle Augen waren auf die Khan gerichtet. Uns allen blieb der Atem stehen als die Khan sich von ihrem Sitz erhob und vor ihrer Schwester aufrichtete. Jetzt sah man deutlich wie groß und wie kräftig und muskulös Atrista war. Sie war gut einen Kopf größer als ihre Schwester und mit ihrem schwarzen Umhang und dem Hueaba mit dem Zeichen der Khan im Haar war es eine imposante Erscheinung. (Wir wissen heute, dass die Hueba ein dreifach gebundenes Band im Haar ist, das an der Stirnseite ein Stammesabzeichen zeigt und in den drei Bändern die hinten bis auf die Schulter fallen für die Trägerin charakteristische Zeichen zeigt. Das können Zeichen und Symbole für Waffen oder auch nur Tiersymbole sein. Bei Atrista war es wahrscheinlich eine Eule , ein Wolf und das Schwert) Wir hielten den Atem an weil Atrista vor ihrer Schwester stehend ihr Schwert zog und als sie das Schwert in die Hände von Amelie legte erscholl rings herum ein befreites und weithin hörbares Tschauk Tschauk. Das Schwert ergab sich dem Glauben.“
Das war einmal wieder der Beweis wie raffiniert Atrista war. Mit einer einzigen Geste hatte sie das Lager wieder vereint. Sie war meisterlich in der Symbolik zuhause. Wie raffiniert und hinterlistig und wie viel politisches Kalkül in dieser Geste steckte erkennen wir einzig und allein an den weiteren Aufzeichnungen der Anführerin der Krieger. Sie alleine war es, die auch Kleinigkeiten am Rande beobachtete und deutete und danach ergab sich das Schwert überhaupt nicht.

„Die Khan lächelte ihre Schwester an und sagte laut und deutlich und für jeden verständlich: „Uns Beide kann nichts und niemand auseinander bringen. Nicht das Schwert und nicht der böse Geist. In dir liebe Schwester haben die Götter eine würdige Vertreterin auf dieser Erde. Du bist das Zentrum des Geistes und du stehst auch als Mittelpunkt zwischen dem Guten und dem Bösen. Du bist die ausgleichende Harmonie und wie du selbst erfahren durftest konnte auch das Böse dich nicht bezwingen. Ich habe dich und deine Lehren verstanden. Lass uns nach Hause gehen“
„Im freudigen und zustimmenden Gemurmel nahm Atrista das Schwert wieder an sich und setzte sich wieder auf ihren Platz. Die Khan wartete nicht bis Amelie ihr das Schwert wieder gab, sie nahm es sich einfach wieder. Ich konnte sehen wie es im Gesicht der Königin arbeitete aber sie konnte jetzt keinen Streit mehr riskieren.“

In den Archiven der Späher finden sich zu diesem Vorgang keine weiteren Aufzeichnungen. Einige Tongefäße aus dieser Zeit sind noch versiegelt und wir haben keinen Zugriff auf den zeitgeschichtlichen Inhalt. Wir halten dies aber für einen strategischen wichtigen Moment. Ähnlich wie Atrista überraschend Amelie zur Königin ausgerufen hat so hat sie jetzt intern die Ordnung klar gemacht. Von Amelie haben wir überhaupt keine schriftlichen Daten zu diesem Vorgang sodass wir uns ganz auf das stützen müssen was uns Feih The hinterlassen hat. Vielleicht lag es auch daran, dass kurz darauf ein kleines weiteres Ereignis stattgefunden hat das wir erst sehr viel später richtig zuordnen können.

„… plötzlich trat das Katzenwesen Shi in den Feuerkreis und stellte sich vor Atrista auf. Sie hielt Atrista eine Rede. Niemand verstand so recht was Shi da eigentlich sagte. Es war ein Gezische und Brummen. Shi bemühte sich wie die Menschen sich sprechend mitzuteilen. Alleine aus ihren Gesten konnte man herauslesen, dass sie wohl nicht länger bei uns bleiben konnte, sie brauchte eine neue Shu. Ich kann nicht sagen ob Atrista verstand was Shi da von sich gab. Atrista aber stand auf und übergab Shi ein Totem und hängte es um ihren Hals. Es war das lederne Ausweisdokument der Khan. Das Feuer im Kreis mit Eule und Wolf und dem Namenszug der Khan. Das war sozusagen die Lebensgarantie für Shi. Jede Chalduner und alle befreunde Völker waren verpflichtet dem Träger dieser Totems jegliche Hilfe zu leisten. Wer ein solches Dokument um den Hals trug galt als Vertraute der Khan. Dann verschwand Shi im Wald und ich habe sie nie mehr gesehen….“


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Re: Geschichte der Amazonen und Amazoniens

Beitragvon Atrista » 27.08.2014 13:57

100 v. Chr. : Die Entdeckung der Himmelsmeister


Bald schon nach der Ankunft in der Heimat machte sich Atrista mit einem kleinen Trupp bereits wieder auf die Wanderschaft. Sie wollte die Gebirgsschluchten am Rande der verbotenen Zone erkunden. Sie erhoffte sich dadurch einen anderen Zugang zu dem Gebiet das ihr bisher verweigert wurde. Die Begegnung mit dem mächtigen und gefährlichen Wesen war noch in guter Erinnerung. Was aber wäre, wenn man in diese Zone eindringen könnte ohne bemerkt zu werden.
Chere Shan eine junge Mongolin war eine der Schreiberinnen die Atrista auf dieser Mission begleiteten. Von ihr erfahren wir, dank einer beinahe lückenlosen Tagebuchführung, sehr viel über die Ereignisse. Nur in einem gibt sie uns Rätsel auf. Sie erwähnt in ihren Büchern, dass Atrista selbst sehr viele Aufzeichnungen machte doch wir finden nichts von der Khan das genau in diese Zeit datiert werden kann. Diese Aufzeichnungen sind bisher verschollen.
„… wir wussten alle, dass wir uns ganz nahe an der verbotenen Zone aufhielten. Es war aufregend und alleine die Anwesenheit der Khan gab uns den Mut hier zu verweilen. Nachts sahen wir die Lichter in allen Farben am Himmel. Wir saßen auf einer Anhöhe und schauten in die Ferne und dort hinten über dem Gebirge da blitzte es. Leuchtfeuer waren zu sehen. Es war unheimlich und wir fassten uns an den Händen und beteten. So nahe den Göttern zu sein und nicht zu sterben war eine besondere Gnade….“
Für uns ist vorstellbar wie sich die jungen Chalduner gefühlt haben müssen angesichts dieser Himmelserscheinungen. Wir wissen aus heutiger Sicht, dass die junge Truppe um Atrista Aktivitäten der Thararebs beobachtet hat. Das Land des heutigen Amazonien liegt in der verbotenen Zone und war früher das Gebiet in dem sich die Thararebs zurückgezogen hatten. Wir können nur vermuten was dieses Leuchten am Himmel ausgelöste haben mag. Wir wissen heute, dass die Thararebs ein hochtechnisiertes Volk waren und alleine nur wegen ihrer Existenz war dieses Gebiet bestimmt nicht anderen Menschen verboten. Da muss sehr viel mehr dahinter stecken als wir heute wissen. Einzelne Fragmente die man im Land findet und immer noch entdeckt geben uns eine Ahnung. Die Chalduner der damaligen Zeit konnten sich jedoch keinen Reim auf die geheimnisvollen Vorgänge machen.
Nur ganz langsam kam die Truppe vorwärts. Der Anstieg den Atrista gewählt hatte war sehr steil und voller Geröll. Endlich entdeckte man so etwas wie eine Art Weg der seitlich am Hang in eine weitere Schlucht führte. Der Weg war so schmal, dass man nur immer einen Fuss vor den anderen setzen konnte. Manchmal mussten wir uns mit dem Gesicht zum steilen Hang drehen und seitlich vorwärts tasten. Wir fluchten auf die Khan die auf unsere Ängste keine Rücksicht nahm und uns immer wieder antrieb schneller zu werden.
„Dawal, dawal, ho the cuandere! Domo the blashere“
Diesen Satz würden wir heute etwa so übersetzen: „Schneller, schneller ihr Faulpelze! Wollt ihr hier schlafen gehen?
Chere Shan musste die Tortur überlebt haben denn ihren Bericht hat sie wohl später an einem sicheren Ort nachgeholt.
„Ich war direkt hinter der Khan und ich konnte sie mit meinen Händen nicht mehr erreichen. Wir hatten vorher verabredet, dass wir so dicht beisammen bleiben sollten, dass wir immer mit einer Hand uns an der vor uns Laufenden festhalten konnten. Ich war keine Kriegerin und ich hatte auch nicht die Kraft und den Mut einer Kämpferin. Meinen Schwestern die nach mir am Weg waren ging es ähnlich. Es waren Schreiber und Lastenträgerinnen, eine Schamanin die sich um die Khan kümmern sollte und erst dahinter kamen die Krieger. Wir konnten den Spott deutlich hören den sie über uns ausschütteten. Ich hatte Angst, furchtbare Angst, ich fürchtete ich könnte einen Fehltritt machen und in die Tiefe stürzen. Mir zitterten die Knie und ich musste um mich zu sammeln eine kleine Pause einlegen. Ich drehte mich zur Felswand und lehnte meine Stirn an einen Felsvorsprung. Ich versuchte ruhig zu atmen. Ich hörte wie meine Schwestern Gebete murmelten. Sie hatten es mir nachgemacht, denn sie konnten ja nicht an mir vorbei laufen.
Es war unheimlich. Für einen fernen Beobachter mussten wir auf dem schmalen Pfad am Steilhang aussehen wie die Perlen an einer Schnur. Die Khan hatte weiter vorne auch gestoppt und man sah in ihrer Haltung wie ungehalten sie über die Verzögerung war. In der Ferne hörte man ein ständiges Grollen. Diesen Grollen und Stampfen begleitete uns seit wir in den Steilhang geklettert sind. Es war immer ein Schlag und dann ein langanhaltender tiefer Ton der Gänsehaut erzeugte. Ich spürte an der Stirn wie bei jedem Schlag die Erde zitterte. Ganz deutlich spürte ich das Vibrieren wenn ich mit der Stirn mich an den Felsen lehnte. Von oben rieselte Dreck in meine Haare und in das Tuch um meinen Hals. Unter unseren Füssen lösten sich Steine und Sand und rieselten den Hang hinunter. Wollten wir wirklich wissen was hinter diesem Gebirge war? Warum hat die Khan ausgerechnet mich ausgesucht? Ich wollte nicht sterben und ich wollte auch nicht mehr wissen wie diese Mächtigen Wesen auf der anderen Seite aussahen. Ich dachte daran mich einfach fallen zu lassen….“
„Dawal, dawal …., unerbittlich schrie die Khan uns zur Eile. Hinter mir hörte ich jetzt auch die Krieger rufen und schimpfen und als ich mich wieder dem Weg zuwandte da sah ich auch den Grund für die Aufregung.
Das Wetter hatte sich verändert. Schwere schwarze Wolken kamen aus der Ebene da wo die großen Seen waren und wir alle wussten genau wie sich diese Wolken verhielten wenn sie hier gegen die Gebirgswand prallten. Feuer und Wasser wird auf uns herab schlagen, Steine oder Felsbrocken werden sich lösen und uns erschlagen.
Wir mussten hier weg und so schnell wie möglich die Schlucht erreichen. Meine Angst war plötzlich verflogen und ich trippelte seitlich den Pfad entlang. Die Khan wartete bis ich aufgeschlossen hatte dann drehte sie sich zu mir und klopfte mir auf die Schulter. „Wir haben es gleich geschafft, schau nicht nach unten, schaue immer auf meinen Rücken“
Alleine diese Berührung und diese Worte die sie im tiefsten mongolisch in stoischer Ruhe zu mir sprach ließen mich alles vergessen. Sie war unerbittlich wenn sie etwas erreichen wollte, aber man sagte ihr nach, dass sie noch nie jemanden zurückgelassen hatte. Das gab uns allen die Sicherheit die wir brauchten und wir schafften es gerade noch rechtzeitig den Pfad zu verlassen und die Schlucht zu erreichen. Die letzten Meter konnten wir sogar rennen, denn der Pfad wurde immer breiter und gerade als die Wolken sich öffneten und das Wasser ganzer Seen herunter schütteten erreichten wir eine geräumige Felsenhöhle.
Wir schlugen unser Nachtlager auf. Feih The teilte die Wachen ein. Ein Feuer zu machen trauten wir uns nicht weil wir nicht wussten ob sich hier diese Wesen aus der verbotenen Zone aufhielten. Wir aßen getrockneten Fisch während die Schamanin mit der Khan meditierte.
Als ich meine Augen aufschlug war es noch dunkel und ich verhielt mich ruhig so als ob ich noch tief schlafen würde. So hatte es uns die Khan beigebracht. Erst alle Sinne sammeln und erfassen was um einen herum passiert bevor man sich bewegt. Ich hörte das Murmeln vertrauter Stimmen. Das Lager war schon wach aber alle hielten sich merkwürdig zurück.
Plötzlich legte sich eine Hand von hinten auf meinen Mund und ich spürte den Atem einer Kriegerin an meinem Ohr: „Psssst, verhalte dich leise, da draußen ist etwas.“ Es war Murual eine Vertraute die Anführerin der Krieger und sie lies erst los als ich mit einem Nicken zeigte dass ich verstanden habe. Ich suchte die Khan, ihr Lager war neben mir aber es war leer. Murual sah meinen suchenden Blick und zeigte mit der Hand nach draussen. „Die Khan ist da draußen. Die Götter sind wahnsinnig und diese Khan ist es auch.“
Ich löste mich langsam aus ihrer Umklammerung und Murual löste nur widerwillig ihren Griff. „Chere, wenn wir wieder zuhause sind gehörst du mir,“ zischte sie und half mir aufzustehen.
Meine Beine waren ganz steif und meine Bekleidung war nass und klamm und ich stakste etwas unbeholfen vor die Höhle. Meine Augen mussten sich erst an das Zwielicht gewöhnen aber dann sah ich die Khan. Sie stand mitten zwischen den steil und gerade nach oben führenden Felswänden bis zu den Oberschenkeln von Bodennebel verhüllt und bewegte sich nicht. Wenn ich nicht wüsste, dass wir auf der Suche nach einem Passage hinter das Gebirge waren, man hätte auf die Idee kommen können, dass die Kulisse alleine für die Khan geschaffen war. Die dunklen steilen Wände passten zu ihrem Umhang und zu der großen Erscheinung. Hinter ihr, in respektablem Abstand stand Feih The die sich erst bewegt als ich fast schon neben ihr stand. Feih legte einen Finger auf ihre Lippen und bedeutete mir still zu sein.
Ich lauschte und dann hörte ich es auch. Als wenn man einen Bogen spannte und dann die Sehne los ließ. Dieses schwingende „tschrilllll“ glaubte ich zu hören. Der Ton kam von der einen Seite der Felsen, prallte an die gegenüber liegende Felswand und schien an der Wand in die Tiefe der Schlucht zu laufen. Wenn das Schwingen nicht mehr zu hören war kam ein ähnlicher Ton aus der Schlucht heraus, schien vor uns den Weg zu überqueren um dann auf die andere Seite wieder an die Felswand zu prallen um von dort dann wieder schwingend in der Schlucht zu verhallen.
Das war unheimlich und ich hielt mich unwillkürlich an der Anführerin der Krieger fest. Ich krallte meine Finger in ihren Oberarm. Plötzlich lies die Khan ihre Arme sinken und dreht sich um und kam auf uns zu. Sie schaute uns an und als meinen festen Griff am Arm der Kriegerin bemerkte lächelte sie.
„Hast du Angst?“ fragte sie leise und als ich schnell den Kopf schüttelte sagte sie noch leiser aber ihre Stimme lies absolut keine Zweifel aufkommen: „Das ist gut, denn ihr Beide werdet mich begleiten. Ich gehe da rein, ich will wissen was da vor sich geht.“
Ich spürte wie sich Feih The verkrampfte und auch bei mir drohte das Herz aus dem Mund zu springen.
„Hast du ehrwürdige Khan einen Moment daran gedacht dass wir hier den Hort der Götter gefunden haben und weiteres vordringen bestraft werden könnte?“ Feih The sprach diese Frage unaufgeregt aus und als Atrista verständnislos die Stirn runzelte ließ sich Feih nicht beirren: „Wir sind hier weit über den Wolken, diese Berge trennen uns von mächtigen Wesen wie wir sie noch nie gesehen haben. Diese Erde hier hat Formen und Strukturen wie wir es noch nie gesehen haben. Diese Schlucht sieht aus als hätten mächtige Messer sie geschnitten. Seltsame Musik und Töne schwingen hier. Hier müssen die Götter zusammen kommen. Wir haben das gefunden wovon uns Amelie immer erzählte.“ nach einer kleinen Pause und als Atrista keine Anstalten machte etwas zu erwidern: „Wir nähern uns dem Zentrum der Ruhe, wir nähern uns dem Gleichgewicht, Amelie hatte recht, wir werden alle sterben, wir….“ Weiter kam Feih nicht mehr denn die Khan hatte ausgeholt und ihr einen Schlag mit dem Handrücken ins Gesicht verpasst. So wie es bei Mongolen üblich ist hatte die Khan eine Drehung um die eigene Achse gemacht war etwas vom Boden abgesprungen und traf so den Kopf der Kriegerin mit voller Wucht und Kraft.
Feih taumelte zu Boden, versuchte torkelnd noch Halt zu finden und riss mich mit. Wir lagen beide am Boden und Feih brauchte eine Weile bis sie wieder einen klaren Kopf hatte.
„Vergebung Ehrwürdige, ich habe in Panik gesprochen, ich werde dich begleiten.“
Die Khan hielt Feih ihren Arm hin und half ihr beim Aufstehen.
„Behalte du wenigstens einen klaren Kopf, Angst kann ich bei diesen Lämmern tolerieren,“ dabei zeigte sie in die Höhle wo so nach und nach auch alle anderen wach geworden waren.
„Natürlich hat Amelie Recht! Aber denkst du wirklich wir hätten den sagenhaften Hort, die Versammlungsstätte der Götter gefunden? Hausen die Götter zwischen kargen Felswänden und schicken sich singende Botschaften?“ Die Khan schüttelte den Kopf, „Nein,“ sprach sie leise und dehnte ihre Worte, „nein, die Götter leben nicht an so einem düsteren Ort. Hier muss etwas anderes sein.“ mit diesen Worte drehte sie sich um und ging in die Höhle um Anweisungen zu geben
Die Khan trug ihre Waffen als wir losmarschierten. Feih The ging voran und sicherte, die Khan folgte in einigem Abstand und dahinter versuchte ich mit den Beiden mit zu halten. Ich drehte mich ständig um mich selbst je weiter wir in die Schlucht hinein kamen und je deutlicher wir diese Töne hörten. Das Schwirren ist jetzt ein Wispern geworden und es kam mal von der Seite und dann wieder von der anderen. Ich stolperte, fiel hin, rappelte mich auf und lief hinter der Khan her. Ich weiß nicht wie lange wir da gelaufen sind und wie tief wir in dieser unheimlichen Schlucht waren aber plötzlich blieb Feih abrupt stehen. Wenige Schritte noch und die Khan stand ebenfalls. Als ich endlich aufgeschlossen war glaubte ich zu sterben. Laut und deutlich hörte ich Worte: „Haltet ein, wir lassen nicht zu dass ihr weiter geht.“
Dieser Satz wiederholte sich fortlaufend bis es der Khan zu dumm wurde und sie in die Schlucht hinein rief: „Wer will mich, Atrista, Khan von Chaldun, Schwester der Königin von Chaldun und Grasmer aufhalten?
Schlagartig hörten die Worte auf und es trat eine seltsame Stille ein. Selbst das Wispern hatte für kurze Zeit aufgehört. Man mag es glauben oder nicht, aber ich war froh als das Wispern wieder einsetzte. Irgendwie war es vertraut geworden und gehörte zu diesem Ort. Die Khan wollte gerade wieder weiter gehen als wir erneut eine Stimme hörten. Zuerst schien es so als würden zehn, nein hunderte Wesen durcheinander sprechen und erst so nach und nach wurden die Worte klarer.
„Wir werden dich aufhalten Khan von Chaldun,“ sagte die Stimme ruhig.
„Wer seid ihr,“ wollte die Khan trotzig wissen, „zeigt euch und versteckt euch nicht feige.“
Wieder trat eine Stille ein und ich konnte nicht anders, ich musste den Mut der Khan bewundern. Atrista drehte sich im Kreis und wartete auf eine Reaktion. Sie hatte ihr Krummschwert gezogen und wirkte sehr entschlossen.
„Wir sind die Wissenden, die Weisen, wir sind die Himmelsmeister !“
„Und wie viele seid ihr? nach eurem Geflüster und dem Wispern zu urteilen seid ihr nicht wenige?“ die Khan drehte sich dabei zu mir um und machte aufgeregte Handbewegungen um mir zu bedeuten ich solle ja alles aufschreiben.
„Wir flüstern nicht, wir singen den Übergang …“
„Übergang wohin ?“ wollte die Khan wissen.

„Wir sterben….“


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